Pfarre Bergheim

 

Erklärung der Erzdiözese Salzburg zur Versetzung von Pfarrer Gmachl-Aher

 


SALZBUG (eds-19.8.2019) / Nachdem in Bergheim große Unklarheit über die Hintergründe der Versetzung von Pfr. Gmachl-Aher besteht und viele Gerüchte kursieren, sieht sich die Diözesanleitung veranlasst, die Wege, die zu dieser Entscheidung geführt haben, darzulegen. Dabei ist es unumgänglich, auf einige Details einzugehen, die bisher nur intern behandelt wurden. 

1)     Ausgangspunkt für die Diözesanleitung, sich mit der Situation in der Pfarre Bergheim ausführlicher zu beschäftigen, war der Hilferuf von Pfarrer Gmachl-Aher im Februar 2018: „Ich werde gemobbt.“

2)     Daraufhin wurde ein von der Gemeindeberatung professionell geführter Mediationsprozess veranlasst, der ergab: Der Vorwurf des Mobbings ist ungerechtfertigt und grundlos, niemand will den Pfarrer weghaben. Da sich gleichzeitig diffamierende Gerüchte breitgemacht hatten, wurde diese Feststellung im Pfarrgottesdienst am 5. 5. 2018 verlautbart. Der Weg für ein konstruktives Miteinander war geebnet.

3)     Leider wurde der erzielte Lösungsansatz, die Rollen – auch die des Pfarrers – und das Wie der Zusammenarbeit geordnet aufeinander abzustimmen, von Pfr. Gmachl-Aher trotz mehrfacher Bitte und Aufforderung nicht aufgegriffen. Dies erwies sich als pastorale Unterlassung, die sich schwerwiegend ausgewirkt hat, sodass polarisierende Emotionen weiter wuchern konnten. Dass parallel dazu die freundliche Art, die Verbundenheit mit Vereinen und die liturgischen Auftritte von Pfr. Gmachl-Aher auf breite Akzeptanz stießen, prägt das Bild einer zwiespältigen Gesamtsituation, die als solche von weiten Teilen der Bevölkerung nicht wahrgenommen wurde. Eine Entemotionalisierung und Beruhigung trat  deshalb nicht ein, noch dazu, da Pfr. Gmachl-Aher wieder in seine ursprüngliche Version („Ich werde gemobbt“) zurückfiel.

4)     Dazu kam eine ungerechtfertigte und rufschädigende Unterstellung („Verkauf der Orgel“) gegenüber dem Vorgänger von Pfarrer Gmachl-Aher in Verbindung mit der Androhung rechtlicher Schritte.

5)     In den zahlreichen Gesprächen mit Personen der Diözesanleitung (Erzbischof, Generalvikar, Dechant u. a.) erwies sich das Gesprächsverhalten von Pfarrer Gmachl-Aher als wankelmütig und irritierend. Ohne ihm das persönlich anzukreiden, ergab dies das Bild, dass Pfr. Gmachl-Aher wohl gut mit den Leuten kann und seine Stärken als Priester hat, aber mit dem Handling eines (ursprünglich kleinen) Konflikts überfordert ist. Es ist kein Erweis von Führungskompetenz, einen Konflikt, der mit einem konstruktiven Gespräch zu lösen wäre, auf immer höhere Eskalationsstufen ausweiten zu lassen und nichts gegen die Verunglimpfung betroffener Personen und ihrer Familien zu unternehmen.

6)     Aufgrund dieser festgestellten Überforderung in Leitungsaufgaben (bei aller Wertschätzung seiner volksverbundenen Seelsorge) beschloss das Konsistorium, Pfarrer Gmachl-Aher im Modus der Beurlaubung aus dieser belasteten Situation herauszunehmen. Als GV Rasser diesen Beschluss in der PGR-Sitzung vom 30. 10. 2018 überbrachte, protestierte der gesamte PGR gegen diese Maßnahme mit der Androhung von öffentlichen Aktionen und Verweigerung der Mitarbeit.

7)     Um die Zusammenarbeit mit dem PGR nicht aufs Spiel zu setzen, setzte das Konsistorium diesen Beschluss aus und wandelte ihn in eine „verbindliche Begleitung mit Vorgaben“ um.

8)     Die Vorgaben waren:

a)     Verbindliche Rücknahme des Vorwurfs gegenüber dem Vorgänger.

b)     Darstellung des Pastoralkonzepts, auf dessen Grundlage die Pfarre ihre Arbeit versteht, und Präsentation in einer öffentlichen Pfarrversammlung.

c)      Vertrauensbildende Schritte von Pfr. Gmachl-Aher dem Erzbischof gegenüber.

Mit der Begleitung dieser Vorgaben wurden Dechant Richard Weyringer und
Dech.-Stv. Virgil Zach betraut. Diese Punkte sollten zu Ostern 2019 erfüllt sein.

9)     Als Ergebnis zeigte sich, dass nur Punkt b) mit der Pfarrversammlung am 9. 4. 2019 vollständig erfüllt wurde.

In Punkt a) hat Pfr. Gmachl-Aher die Vorwürfe nur formal, nicht inhaltlich zurückgenommen.

In Punkt c) hat Pfr. Gmachl-Aher die Situation insofern erschwert, als er zuletzt den Gesprächskontakt mit dem Erzbischof, seinem Vorgesetzten und Dienstgeber mit Vorwürfen, u. a. Mobbing, abgebrochen hat und bisher noch kein Bemühen zeigte,  ihn wieder aufzunehmen.

10)  Durch diese Vorgänge, die zum Teil öffentlich nicht wahrnehmbar waren und zum Schutz der Personen auch nicht öffentlich gemacht wurden, sieht sich die Diözesanleitung bestärkt, in der Pfarre Bergheim einen Neuanfang einzuleiten. Pfr. Gmachl-Aher hat der Überstellung in die Militärdiözese zugestimmt und damit seinen Beitrag geleistet. Wir sind überzeugt, dass er dort seine Stärken als Priester, die wir nie aus den Augen verloren haben, gut einsetzen kann, und auch für ihn eine Entspannung seiner Lebenssituation spürbar ist.

11)  Das neue Team wird geleitet von Pfarrassistent Robert Golderer, die priesterlichen Dienste wird Pascal Opara übernehmen, der im Pfarrhof Bergheim wohnen wird, das Miteinander im neu zu gestaltenden Pfarrverband mit Anthering und Elixhausen wird Pfr. Erwin Klaushofer aus Anthering leiten.     
Wir bitten Sie, die Pfarrgemeinde Bergheim, die neuen Seelsorger gut aufzunehmen und sie in der Arbeit nach Kräften zu unterstützen.

12)  Wir bedauern die heftigen, teilweise empörten Reaktionen aus der Bergheimer Bevölkerung, die in Unkenntnis der gesamten Sachlage ausgelöst wurden, und hoffen mit dem Neuanfang auf eine gedeihliche Entwicklung in der Pfarre Bergheim.

 

Sprechtag

Um der Bevölkerung von Bergheim Möglichkeit zum persönlichen Gespräch zu geben, wird ein Sprechtag mit Erzbischof Franz Lackner und Generalvikar Roland Rasser angeboten.

Dechant Richard Weyringer und Dech.-Stv. Virgil Zach werden ebenso anwesend sein.
 

Montag, 26. August 2019, von 15 bis 18 Uhr im Pfarrhof Bergheim. 

Sprechzeit: max. 15 min.

 

 

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