Pfarre Gneis feierte: "Gelebter Glaube"

 

Vor 50 Jahren weihte Erzbischof Andreas Rohracher die Pfarrkirche Salzburg-Gneis. Das Jubiläum wurde groß gefeiert.

 

SALZBURG (eds / 25. 10. 2017) / „Die Kirche ist auf dem Felsen der Bekenntnis gebaut. Wir beginnen nicht bei null; der Grundstein ist gelegt. Nun liegt es an uns, weiterzubauen – an einer Kirche, die in Jesus Christus ihren Ursprung hat.“ Das betonte am vergangenen Wochenende Erzbischof Franz Lackner in seiner Predigt zum 50-Jahr-Jubiläums-Gottesdienst in der Salzburger Stadtpfarre. Gut gefüllt war das Gotteshaus, das sich rechtzeitig zu den Festtagen in einem neuen Kleid präsentierte – dank der Kircheninnensanierung. Der Kirchenchor mit Orchester und Solisten trug mit Mozarts Krönungsmesse zur festlichen Gestaltung bei.

Pfarrpatron Johannes XXIII.

So mancher kann sich an das Jahr 1967 noch gut erinnern. Damals wurde die Pfarre an der südlichen Pheripherie von Salzburg aus der Taufe gehoben und Johannes von Capistran geweiht. Bestimmt wurde er, da er als Prediger in Ungarn und Siebenbürgen gelebt hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Gneis gerade für viele Heimatvertriebene aus diesen Regionen zur neuen Heimat. Zum Jubiläum bekam die Pfarre mit Papst Johannes XXIII. einen zweiten Patron. Für den Gneiser Pfarrer Peter Zeiner „ist in Zeiten wie diesen ein echter Friedens- und Erneuerungs-Fürsprecher nötig“. Johannes XXIII. stehe für Aufbruch sowie Besinnung auf die Möglichkeiten von Glauben und Kirche.

„Sitzen Sie gut?“

Gerlinde Lindner-Schellander baut als Obfrau von Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenrat an Kirche und Gemeinschaft in Gneis mit. „Sitzen Sie gut?“ Mit dieser Frage begrüßte sie die Gläubigen zur Festmesse. Sie sprach damit die neuen Kirchenbänke an, auf denen die Gneiser Platz nehmen dürfen. Sie verwies  auf die durchgeführte Generalsanierung von Pfarrhof und Gotteshaus. Lindner-Schellander dankte allen bei Planung und Ausführung Beteiligten, den Professionisten, der Finanzkammer der Erzdiözese  und den  Spendern.

 
Blick in die Geschichte

Der Name Gneis leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen canales her, also von Kanälen, oder genauer von Entwässerungsgräben, die in dieser Region typisch waren. Sie reichten früher bis an die Berchtesgadener Straße heran. Viele Flüchtlinge, vor allem Siebenbürger-Sachsen und so genannte „Volksdeutsche“ fanden hier eine neue Heimat.

Die „Mutterpfarre“ Morzg dagegen ist schon seit Dezember 1911 eine selbstständige Pfarre – das weitläufige Gebiet umfasste damals auch die heutigen Pfarren Herrnau und Gneis. Das starke Bevölkerungswachstum machte es in den 60er Jahren notwendig, Salzburg-Morzg zu teilen. Im Juni 1961 wurde Herrnau und im Juni 1967 Gneis gegründet. Für den Kirchenbau wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Die Jury entschied sich für das Projekt des sudetendeutschen-Architekten Erich Gerlich. Am 22. Oktober 1967 weihte Erzbischof Andreas Rohracher das neue Gotteshaus zu Ehren des heiligen Johannes Capistran ein.

Wie wichtig die Pfarre in Gneis ist, beschreibt PGR-Obfrau Gerlinde Lindner-Schellander in der Festschrift „50 Jahre Pfarre Salzburg-Gneis“: Bis heute sei Gneis kein eigener, offizieller „Stadtteil“, die Schul- und Wahlsprengel aufgeteilt, die geplante Volksschule nie gebaut. „Alleine die Pfarre bildet mit Kirche, Pfarrzent-rum und Kindergarten eine der wenigen öffentlichen Einrichtungen, die nicht nur für die rund 3.000 KatholikInnen zur Verfügung stehen.“

Foto: Erzbischof Franz Lackner und Pfarrer Peter Zeiner stellen den neuen Gneiser Pfarrpatron vor: Papst Johannes XXIII. Foto: Burgstaller/Rupertusblatt

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