Pfingsten

 

Hochfest der Herabkunft des Heiligen Geistes

 

SALZBURG (eds/kap – 4. 6. 2018) / 50 Tage nach Ostern sendet Gott seinen Geist auf die Jünger herab. Der Heilige Geist ist damit das Sprachrohr, das Bindeglied zwischen Himmel und Erde. Dieser Geist Gottes wird in der Bibel und in der bildenden Kunst durch eine Taube oder durch (Feuer-) Zungen symbolisiert.

Der Ursprung für das Pfingstfest steht in der Apostelgeschichte. Dort wird beschrieben, dass sich am 50. Tag nach Ostern die Jünger in einem Haus versammelten. Hier empfingen sie die Gabe des Heiligen Geistes. Dieser befähigte sie etwa, andere Sprachen zu verstehen. Dieses Ereignis wird in der christlichen Tradition auch als Gründung der Kirche verstanden. Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt.

Der Name Pfingsten leitet sich vom griechischen Wort „Pentecoste“ (der 50. Tag) ab. Pfingsten ist auch der Abschluss der Osterzeit. Die Ausgießung des Geistes als Gabe des Auferstandenen bildet den Grundstein zur Ausbreitung der Kirche und zur Entwicklung der Mission.

Dauer

Pfingsten ist der Abschluss der Osterzeit. Wie auch die beiden anderen zentralen Hochfeste, Ostern (Ostersonntag, Ostermontag) und Weihnachten (Christtag, hl. Stephanus), wird dieses Fest quasi „doppelt“ gefeiert. Somit wird betont, wie wichtig dieses Fest für die Kirche ist. Seine Feier ist geprägt vom Wirken des Geistes Gottes in der Kirche – die Feier des Geburtstags der Kirche wird also auf den zweiten Tag ausgedehnt. Was heute eine Besonderheit ist, wurde in früheren Zeiten noch ausführlicher begangen: Viele Feste dauerten eine Woche lang, also vom Festtag an bis zum achten Tag, dem Oktavtag. In den Ostkirchen wird das Fest so heute noch drei Tage lang gefeiert: mit dem Dreifaltigkeitssonntag, dem Heiliggeistmontag und dem dritten Tag der Dreifaltigkeit.
Eine weitere Besonderheit des Pfingstfests ist seine Aufteilung auf zwei kirchliche „Jahreszeiten“: Der Pfingstsonntag liegt in der Osterzeit, der Pfingstmontag in der „Zeit im Jahreskreis“, das ist jene Zeit, die nicht mit den beiden Hochfesten Ostern und Weihnachten bzw. deren Vorbereitung (Fastenzeit und Advent) verbunden ist.

Ikonografie

In vielen Darstellungen in Kirchen finden wir die Abbildung des Geistes, der in Form einer Taube auf die Menschen herabkommt. In ländlichen Gebieten ist das Pfingstfest auch ein Frühlingsfest. Häuser werden geweißt und Birkenzweige an Türen und Fenstern angebracht. Man spricht auch von Pfingsten als dem Fest der Hirten, da zu dieser Zeit das Vieh zum ersten Mal ausgetrieben wird. Vielerorts wird das Vieh bekränzt.

Firmung

Mit dem Pfingsttermin eng verbunden ist die Firmung. Denn dieses Sakrament hat seine Wurzeln ebenso wie Pfingsten in der Apostelgeschichte mit der Herabkunft des Heiligen Geistes. Firmspender sind die Bischöfe, aber auch die Äbte der Stifte, General- und Bischofsvikare. Gespendet wird die Firmung durch die Salbung mit Chrisam auf der Stirn unter Auflegen der Hand und durch die Worte: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“

Liturgie

Als Lesung steht am Pfingstsonntag jene Stelle im Neuen Testament auf der Leseordnung, die die Herabkunft des Heiligen Geistes beschreibt:
„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.“ (Apg 2, 1–11)

Das Pfingstevangelium entstammt dem Johannesevangelium:
„Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“ (Joh 20, 19–23)

Liturgische Farbe: Rot, als Sinnbild des Heiligen Geistes

Pfarrpatrozinium

In der Erzdiözese Salzburg ist die Pfarrkirche in Angath (Bezirk Kufstein) dem Heiligen Geist geweiht.
Sonntag, 9. Juni 2019, Pfingstsonntag, 10 Uhr, Angath: Festgottesdienst zum Patrozinium, anschließend Agape

20. Fest der Jugend in Salzburg

Etwa 8.000 Jugendliche feiern auch heuer wieder das Fest der Jugend im Salzburger Dom und auf dem Domplatz. Im Programm: Worship, Impulse, Zeugnisse, Party, Konzert und ein Opening Musical.
Freitag, 7. Juni 2019, 19.30 Uhr, bis Montag, 10. Juni 2019, 12.15 Uhr
https://festderjugend.at/



Foto 1: Taube in der Kuppel des Salzburger Doms, EDS
Foto 2: Teil eines ehemaligen gotischen Flügelaltars in Großgmain (Meister von Großgmain)

Archiv der Erzdiözese Salzburg/J. Kral

 

 

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