Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft stellte sich vor

 

Das gab es so noch nie: Der neu gewählte Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft kam zum Antrittsbesuch

 

SALZBURG (eds-12. 11. 2019) / Ümit Vural ist der neue Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ). Anders als seine Vorgänger kam er zum Antrittsbesuch nach Salzburg und traf Erzbischof Franz Lackner.

Der Schurarat, ein Gremium aus Vertretern der Muslime Österreichs, hat den 37-jährigen Ümit Vural, einen gebürtigen Türken, der in Wien aufgewachsen ist, zu seinem Präsidenten gewählt. Das Amt hat der Jurist vor rund einem Jahr übernommen; gewählt ist er auf fünf Jahre.

Dass Vural derzeit durch das Land reise und sich bei kirchlichen sowie politischen Vertretern vorstelle, sei ein Novum, sagt Matthias Hohla, Referent für Ökumene und interreligiösen Dialog in der Erzdiözese: „Seine Vorgänger haben das nicht mit dieser Intensität gemacht. Sie hatten in erster Linie Kontakt zum Kardinal und den politischen Amtsträgern in Wien."

Guter Kontakt zwischen Katholiken und Muslimen in Salzburg

Zwischen 20.000 und 23.000 Menschen muslimischen Glaubens leben derzeit im Bundesland Salzburg, rund 10.000 von ihnen in der Landeshauptstadt. Genaue Statistiken fehlen seit 2001, sagt Hohla. Der Kontakt zwischen Katholiken und Muslimen sei in Salzburg ein guter. Unter Religionslehrern gebe es viel Austausch. „Bei interreligiösen und interkulturellen Initiativen zwischen Islamischer Glaubensgemeinschaft vor Ort, den Kirchen und dem Land Salzburg sowie den politischen Gemeinden könnte sich mehr tun. Da scheitert die Zusammenarbeit aber oft daran, dass auf muslimischer Seite Ämter überwiegend von Ehrenamtlichen übernommen werden, die dann letztendlich zu wenig Zeit haben“, sagt Hohla.

Vural habe beim Besuch bei Erzbischof Lackner allerdings in Aussicht gestellt, dass Geld aus Wien in die Bundesländer gehen soll, um genau diese Aufgaben zu stärken. Die Beziehungen auf interreligiöser Ebene sollen in der Erzdiözese jedenfalls ausgebaut werden:  2021 möchte Hohla eine christlich-muslimische Studienfahrt nach Istanbul organisieren. Vural signalisierte für dieses Vorhaben Unterstützung.

 

Fotos: Ümit Vural begegnete dem Salzburger Erzbischof Franz Lackner in dessen Amtsräumen.
Fotos: Erzdiözese Salzburg (eds); Abdruck honorarfrei

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