Samen für selbstbestimmtes Leben geht auf

 

Dank des Familienfasttags können Frauen in Nicaragua Hoffnung schöpfen - zwei Mitarbeiterinnen der nicaraguanischen Organisation touren durch Österreich

 

SALZBURG (eds/ibu - 25. 5. 2015) /Die Organisation  „Fundación entre Mujeres“, kurz FEM, eröffnet Frauen in Nicaragua den Zugang zu Land und Einkommen und stärkt sie in ihren Rechten. Die Katholische Frauenbewegung (KFB) unterstützt mit den Spenden vom Familienfasttag diese Arbeit. 

„Heute lebe ich ein besseres Leben. Hat mich früher jemand angesprochen, habe ich mich weggedreht. Jetzt schäme ich mich nicht mehr. Ich habe gelernt. Zuerst lesen und schreiben. Im vergangenen Dezember habe ich sogar meine Matura gemacht.“ Maria Isabell Zamora Muñoz ist eine der Gründerinnen-Frauen von FEM in Los Llanos. Das Dorf in der Nähe von Estelí, einer Kleinstadt im Hochland Nicaraguas, hat sich verändert seit jenem Tag im Jahr 1995, als die Frauenorganisation hier zu arbeiten begonnen hat. 

„Am Anfang waren wir nur zu zwölft. Wir sind immer weiter gewachsen. Viele der Frauen waren Analphabeten. Die meisten haben  Gewalt erfahren. In meinem Dorf leben rund 1.200 Menschen, mehr als 300 Frauen sind schon organisiert. In fast jedem Haus in Los Llanos ist eine Frau die irgendwie mit FEM in Verbindung steht.“ Wenn Maria Isabell von organisierten Frauen spricht, dann meint sie Frauen, die auf eigenen Parzellen Landwirtschaft betreiben, die in Lernzirkeln Schulbildung nachholen, alles über biologischen Anbau lernen, sich über Gesundheitsfragen austauschen und die sich über ihre Rechte informieren. Sie werden ermutigt, Grenzen zu setzen und die ihnen zugeteilten Rollenbilder zu hinterfragen – unerlässlich in einem Land wie Nicaragua in dem der Machismo allgegenwärtig ist. „Die Männer müssen lernen, uns Frauen zu respektieren.“ 

Bildung ist der erste Schritt

„Ich stehe um vier Uhr  früh auf und kümmere mich zuerst ums Feuer. Danach gehe ich zur Maismühle und mache Tortillas für die Familie. Um halb sieben geht es aufs Feld.“ Der Alltag der Frauen ist nach wie vor hart. Doch im Unterschied zu früher arbeitet Maria Isabell heute selbstständig auf ihrer Kaffeeplantage. Über FEM hat sie ein Stück Land bekommen. „40 Säcke war die vergangene Ernte. Das ist wenig. Der Rostpilzbefall  ist dafür verantwortlich. Wir müssen neu anpflanzen.“ Sorgen bereitet ihr auch das veränderte Klima mit einer immer später einsetzenden Regenzeit und heftigen Stürmen.

Maria Isabells Tochter, die 22-Jährige Angeles Belmalin Rivas Zamora, ist bereits eine ausgewiesene Landwirtschaftsexpertin. Sie hat dank eines FEM-Stipendiums studiert und spezialisiert sich auf ökologischen Landbau. Praktische Experimente mit organischem Kompost, einer veränderten Aussaat und tieferen Furchen für die Setzlinge hat sie bereits auf einem kleinen Maisfeld mit Erfolg durchgeführt.

Weitere Infos im RUPERTUSBLATT und unter www.teilen.at (Online-Spendemöglichkeit).

Foto: Maria Isabell Zamora Muñoz (l.) mit Juana Villareyna , der Co-Direktorin von FEM, auf ihrem kleinen Kaffeefeld.  Sie ist gemeinsam mit Juana gerade auf Einladung der KFB in Österreich bei Workshops und Fastensuppenessen unterwegs und berichtet über ihr Leben und die Organisation „Fundación entre Mujeres.“  Foto: EDS/Burgstaller

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