Schulen suchen Zukunft

 

Die Erzdiözese will den Standort an der Salzburger Schwarzstraße erhalten und die Schulen kaufen – vom Orden aus Vöcklabruck kommt allerdings ein Nein

 

SALZBURG (eds-16. 1. 2020) / Die Franziskanerinnen aus Vöcklabruck hatten im Frühjahr 2019 das Aus der Schulen an der Schwarzstraße angekündigt. Für die Alterssicherung der Schwestern soll das Areal für Wohnungen gewinnbringend verwertet werden. Die Erzdiözese Salzburg bereitet jetzt den Weg für eine zukunftsfähige Lösung im Sinne der Kinder und Jugendlichen. Um das Zusperren der beliebten Bildungshäuser zu verhindern, gibt es ein Kaufangebot: „Wir wollen beide Schulen an ihrem jetzigen Standort erhalten“, sagt der Leiter des Amtes für Schule und Bildung, Anton Lettner. 

Erzdiözese will Schulen übernehmen 

„Das ist die beste Lösung. Wir hätten mit der Erzdiözese unseren Wunschträger für die Volksschule“, zeigt sich Klaus Offner, Obmann des Elternvereins, erfreut. Positiv bewertet auch Denis Stürzl, der Elternvertreter der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) die Nachricht von der Kaufabsicht der Erzdiözese. „Bildung ist uns etwas wert und gehört zum Grundauftrag der Kirche“, betont der Direktor der erzbischöflichen Finanzkammer, Cornelius Inama. Das Ziel ist klar: Die Schulen mit Hort und Kindergarten sollen in der Salzburger Innenstadt bleiben. Der vorgeschlagene Kaufpreis sei ein hoher einstelliger Millionenbetrag. Zur Finanzierung müsse eine ungenutzte Liegenschaft verkauft werden. „Die Diözese ist jederzeit bereit die Schulen zu übernehmen.“ Daran gekoppelt sei, dass Stadt, Land und Bund die Kosten für anstehende Sanierungen übernehmen, wobei das ein über Jahre angelegtes Projekt sei. „Sobald wir das Ja der Grundeigentümer erhalten, können wir mit der öffentlichen Hand verhandeln“, sagt Inama, der weiters klarstellt: „Lehnen die Grundeigentümer das Kaufangebot ab, bedeutet es das Ende der kirchlichen Trägerschaft dieser Schulen.“  

Am Zug sind nun die Franziskanerinnen und das Stift Admont. Das Benediktinerstift arbeitet mit den Schwestern in Immobilienangelegenheiten zusammen und ist beim Bauprojekt in Salzburg an Bord. 

Die ersten Signale aus dem Mutterhaus der Franziskanerinnen von Vöcklabruck lassen nicht auf ein Umdenken schließen, sondern auf ein Beharren zur Umsetzung des Bauvorhabens mit allen Folgen. Wolfgang Marschall, Pressesprecher der Schwestern: „Der Orden nimmt das Angebot der Erzdiözese nicht an. Es ist mit dem Versorgungsauftrag nicht zu vereinbaren.“ Es gehe um die „Alterssicherung“ von 140 teils hochbetagten Schwestern.Dafür brauche die Ordensgemeinschaft eine langfristige Einnahmequelle wie sie durch die Mieteinnahmen gegeben sei. Es habe zuletzt Gespräche über eine Teilung der Liegenschaft gegeben, so Marschall. „Es ist eine Überraschung, wenn das kein Thema mehr ist. Für uns bedeutet das, wir führen die Projekte durch, wie sie von Anfang an geplant waren.“ 

Ein angedachter Kompromiss war, dass der Orden nur einen Teil der Fläche an der Schwarzstraße verbaut. Das heißt, Wohnungen auf der einen und Volksschule mit Nachmittagsbetreuung auf der anderen Seite. Dafür sollten laut Stift Admont 2.500 m2 ausreichen. Die Prüfung zeigte jedoch ein anderes Bild: Mit den erforderlichen Räumen für den Hort, Kapelle und Versammlungsraum sind 4.000 m2 Nutzfläche notwendig. Zusammengefasst ergab das Durchleuchten aller möglicher Varianten ein eindeutiges Ergebnis: Sie sind aus planerischen, baulichen und finanziellen Aspekten für die Erzdiözese nicht umsetzbar. Das für die Verantwortlichen zentrale  Argument fasst Schulamtsleiter Lettner noch einmal zusammen: „Die Lage von Kindergarten, Vorschulklasse, Volksschule samt Nachmittagshort und BAfEP an diesem einem Ort in der Stadt ist optimal. Ein Auseinanderreißen dieses Gesamtensembles zerstört die hohe pädagogische Qualität.“ Die BAfEP brauche den Kindergarten und den Hort für die Ausbildung ihrer Schülerinnen. Und eine Volksschule ohne Hort könne es in der heutigen Zeit nicht mehr geben. 

Bildungstradition nicht aufgeben 

Die Franziskanerinnen betreiben seit 130 Jahren die private Volksschule in Salzburg. Mit der Übernahme durch die Erzdiözese könnte diese Tradition weitergehen. VS-Direktorin Elisabeth Schneider hofft, „dass diese Chance gesehen wird“.  BAfEP-Direktor Johannes Gruchmann ergänzt: „Das pädagogische Gesamtkonzept an der Schwarzstraße macht einfach Sinn.“

Foto: Hoffen auf  eine gute Zukunft für die Schulen (v. l.): Elternvertreter Klaus Offner und Denis Stürzl, Direktorin Elisabeth Schneider, Schulamtsleiter Anton Lettner und Direktor Johannes Gruchmann.

Foto: eds

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