Seelsorgeamt und Erzdiözese setzen auf Klimaschutz

 

„Ökosoziale Beschaffungsordnung“: von Mülltrennen bis nachhaltigem Papier 

 

SALZBURG (eds-29. 3. 2019) / „Wir sind die letzte Erwachsenengeneration, die dem Klimawandel entgegen wirken kann“, erinnert Kathrin Muttenthaler, Umweltreferentin im Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg. Das Seelsorgeamt hat sich mit der „ökosozialen Beschaffungsordnung“ und die Erzdiözese mit dem Bekenntnis zur „Salzburg 2050“-Partnerschaft mit dem Land Klimaschutz und Bewahrung der Schöpfung verschrieben.


Kirche hat Vorbildfunktion


„Als Kirche haben wir Vorbildfunktion. Aus dem christlichen Verständnis heraus sind wir es unserer Schöpfung schuldig, auf sie aufzupassen“, so die Umweltreferentin. Das Seelsorgeamt geht mit gutem Beispiel voran: Gemäß der „ökosozialen Beschaffungs-ordnung“ achten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter anderem darauf, Müll zu trennen, fairen Kaffee und nachhaltiges Papier zu verwenden sowie saisonal und regional einzukaufen. Zudem werden gerade die Energiedaten aller Gebäude der Erzdiözese erhoben. „Damit sind wir anderen Diözesen voraus“, erklärt Muttenthaler und sagt: „Es sind noch 65 Ölheizungen in Verwendung. Diese werden in den nächsten zehn Jahren ersetzt.“


Verkehr: Mehr Mut seitens der Politik


Der Verkehr ist eines der „heißen Themen“ in Salzburg: Mehr Mut von der Politik, auch wenn man sich eventuell bei Autofahrenden unbeliebt mache, wünscht sie sich. „Der öffentliche Verkehr gehört besser ausgebaut und kostengünstiger gestaltet“, sagt Muttenthaler. „Wenn jeder alleine im Auto sitzt, ist es kein Wunder, dass es zu viel Verkehr kommt – Fahrge-meinschaften mit dem Nachbarn sind vielleicht nicht so unabhängig und bequem, wären aber eine Alternative.“ Dazu kommt der hohe Fleischkonsum: 100 Kilo Fleisch essen wir pro Jahr. „Für mich ist weniger Fleisch kein Verzicht. Essen wir weniger Fleisch, können wir uns höherwertigeres kaufen.“ Jede und jeder müsse für die Klimaziele den Lebensstil ändern: „Wir können nicht sagen, alleine richte ich nichts aus. Wir leben, als hätten wir mehrere Erden.“ Oft scheitere es daran, Veränderungen zu beginnen: „Man muss nicht alles auf einmal schaffen. Ich könnte zuerst etwas ändern das mir leicht fällt und es mehrere Wochen – etwa in der Fastenzeit – durchhalten: öfter mit dem Rad anstatt dem Auto zu fahren.“


2019 wird 80 Jahre Seelsorgeamt gefeiert. Die Einrichtung erforscht und entwickelt Methoden, Strukturen und Hilfen für die Seelsorge. Sie unterstützt Ehren- und Hauptamtliche in den Pfarren in ihrem Engagement und setzt sich in öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Diskursen für aktuelle Themen ein, die die Menschen bewegen.


Foto1: Für das Klima den Lebensstil ändern – öfter vom Auto auf das Fahrrad umsteigen.

Foto2: Kathrin Muttenthaler, Umweltreferentin der Erzdiözese.

Fotos: Erzdiözese Salzburg

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