Seit Himmelfahrt ist kein Ort unbewohnbar

 

Das Evangelium muss laut Papst Franziskus jeden Sonntag den Weg aus den Kirchen in den Alltag finden

 

Papst Franziskus

VATIKANSTADT (eds/kap - 9.5.2016) /Seit Christi Himmelfahrt sind nach Worten von Papst Franziskus selbst die von Unrecht und Gewalt am meisten gepeinigten Orte für Christen bewohnbar: "Über jeder Stadt ist derselbe Himmel, und jeder Bewohner kann seinen Blick mit Hoffnung heben", sagte Franziskus beim Mittagsgebet am Sonntag auf dem Petersplatz. Die katholische Kirche in Italien wie in vielen anderen Ländern beging an diesem Tag das Fest Christi Himmelfahrt, das in Österreich bereits am Donnerstag gefeiert worden ist. Zum Muttertag betete der zu Ehren "aller Mütter im Himmel und auf Erden" mit den Pilgern ein Ave Maria.

Franziskus erinnerte an den Auftrag Jesu bei seinem Abschied, allen Völkern die Umkehr und die Vergebung der Sünden zu predigen. Diese Botschaft müsse jeden Sonntag den Weg aus den Kirchen in den Alltag und die Häuser finden, "in die Büros, die Schule, die Orte der Versammlung und des Vergnügens, in Krankenhäuser, Gefängnisse, Altenheime, an die Orte, an denen sich Einwanderer drängen, in die Randbezirke".

Möglich werde dieses Zeugnis der Liebe und Barmherzigkeit Gottes "auch in den abweisendsten Zonen unserer Städte" durch den Heiligen Geist. Deshalb dürften Christen nicht das Gebet vernachlässigen, "um Gott zu loben und die Gabe des Heiligen Geistes herabzurufen", so der Papst.

Mit Blick auf den am Sonntag begangenem 50. Welttag der Sozialen Kommunikation erklärte der Papst, journalistische Kommunikation könne "Brücken bauen zwischen den Menschen, den Familien, den sozialen Gruppen, den Völkern. Und das sowohl in der physischen als auch in der digitalen Welt", so Franziskus mit einem Zitat aus seiner Botschaft zum Welttag. Besonders wünsche er einen "evangelischen Stil" in der Kommunikation der Kirche, der Wahrheit und Barmherzigkeit miteinander verbinde.

Der Papst begrüßte die Wiener Philharmoniker, die im Rahmen einer Konzert-Kreuzfahrt das Papst-Gebet am Petersplatz besucht hatten, sowie auch die irische Gruppe "Freunde von Mons. O´Flaherty". Der irische Priester hatte als Kurienbeamter während des II. Weltkriegs rund 6.000 Verfolgten, darunter zahlreichen Juden, die Flucht ermöglicht. Eine Gedenktafel an den Monsignore wurde an diesem Sonntag im Camposanto Teutonico feierlich enthüllt, wo O´Flaherty gelebt hatte.

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