Sie machen das, wofür sie gerufen wurden

 

Stille, Erholung und Einkehr können Gäste am bei den Kapuzinerbrüdern in Salzburg erfahren

 

Eng schlängelt sich vom Franziskustor in der Linzer Gasse aus eine Straße hoch auf den Kapuzinerberg. Daneben erklimmen jeden Tag unzählige Menschen den steilen Stefan-Zweig-Weg, um den einmaligen Panoramablick auf die Stadt zu genießen. Seit mehr als vier Jahrhunderten thront das Salzburger Kapuzinerkloster über der Mozartstadt. Schon der Weg dorthin erinnert an vergangene Zeiten.
Nur wenige Meter von der Aussichtsplattform entfernt wohnen auch heute noch drei Kapuzinerbrüder. Für sie ist der Berg nicht nur eine erholsame Oase abseits des städtischen Trubels, sondern auch der Ort des Gebets.

 

Von Wolf Dietrich gerufen

Im Jahr 1596 holte der damalige Fürst-
erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau den Kapuzinerorden nach Salzburg. Nachdem sich während der Reformation viele Menschen zur protestantischen Kirche gewandt hatten, sollten die Brüder im typisch braunen Habit eben diese Menschen wieder zum katholischen Glauben zurückführen.
Bruder Karl Löster hat insgesamt zwölf Jahre seines Lebens im Salzburger Kapuzinerkloster verbracht; zuerst von 1998 bis 2004 und nun wieder seit 2014. „Es ist einmalig für uns Brüder, dass wir in diesem Haus auf dem Berg sein dürfen und noch immer das machen können, wofür Wolf Dietrich von Raitenau uns gerufen hat. Damals wie heute wollen wir die einfache franziskanische Spiritualität zu den Menschen bringen“, erzählt der Kapuzinerbruder.

Segen für Gäste und Brüder

Da es seit kurzem kein Noviziat mehr im Haus gibt, werden die Pforten jetzt noch öfter für Gäste geöffnet. Diese können an Tagen der Stille und an Vater-Unser-Wochen teilnehmen. „Die Menschen, die kommen, leben für einige Zeit mit uns mit. Das beginnt in dem Moment, wenn sie durch unsere Türe treten“, sagt Bruder Karl und betont gleichzeitig, dass das Miteinander nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Brüdergemeinschaft ein Segen ist. Zusammen wird gebetet und gegessen, aber auch gearbeitet.
Wunderbare Tage seien das für alle Beteiligten, erzählt Bruder Karl und freut sich: „Manchmal blättern wir Brüder nach Besuchen in unserem Gästebuch und staunen darüber, was die Menschen über ihre Zeit bei uns schreiben. Dann sehen wir, dass hier wirklich ein heilsamer Ort ist.“

 

Foto: Essen, beten, arbeiten. Bei den Tagen der Stille leben Gäste mit den Brüdern mit.

Foto: eds/Huber

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