Sonntagsarbeit: "Es steht viel auf dem Spiel"

 

KA-Präsidentin Mayer: „Arbeiterkammer, ÖGB und die Allianz für den freien Sonntag verbindet der Einsatz für menschenfreundliche Arbeitsbedingungen“

 

 

 

SALZBURG (eds-11.10.2018) /  In der Arbeitswelt wächst der Druck auf die Arbeitnehmer, vor allem psychische Belastungen nehmen zu. Darauf haben Arbeiterkammer Salzburg und ÖGB gemeinsam mit der "Allianz für den freien Sonntag" bei einer Veranstaltung zum "Tag der psychischen Gesundheit" am 9. Oktober aufmerksam gemacht. Unter dem Titel "12/60" ging es dabei um die Auswirkungen des von der Bundesregierung beschlossenen neuen Arbeitszeitgesetzes, das einen 12-Stunden-Arbeitstag bzw. eine 60-Stunden-Arbeitswoche erlaubt. Die Arbeiterkammer fordert deshalb eine Verkürzung der Arbeitszeit zum Wohle der Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

KA-Präsidentin Mayer: „Sonntag ist für die Menschen da“

Der Einsatz für menschenfreundliche Arbeits- und Arbeitszeitbedingungen, besonders den arbeitsfreien Sonntag, verbinde Kirche, Arbeiterkammer und Gewerkschaft, sagte dazu die Präsidentin der Katholischen Aktion Salzburg, Elisabeth Mayer: "Werte wie Familie, ein „gutes Leben für alle“ und der Vorrang des Menschen vor Geld und Gewinn sind uns wichtig." Ihre Sorge: Alle redeten so laut vom Zwölfstundentag, dass der arbeitsfreie Sonntag im toten Winkel des Interesses gelandet sei. "Mit dem Beschluss des neuen Arbeitszeitgesetzes durch ÖVP/FPÖ/neos wurde ab 1. September für Arbeitgeber die Möglichkeit geschaffen, an bis zu vier Sonn- und Feiertagen Arbeit anzuordnen. Warnungen vor einem Dammbruch bei der Sonntagsruhe blieben – fast – ohne Wirkung", sagte Mayer. Diese Warnungen seien nicht nur von der Allianz für den freien Sonntag, dem Zusammenschluss von mehr als 50 vorwiegend kirchlichen und gewerkschaftlichen Gruppen, gekommen, sondern auch von der Österreichischen Bischofskonferenz.

Die bereits jetzt geleistete Sonntagsarbeit (Gesundheitswesen, Sicherheit, Tourismus, Medien) sei eine gesellschaftlich notwendige Ausnahme, die auch eine Ausnahme bleiben müsse, fordert Mayer. "Der Sonntag ist für die Menschen da, egal ob sie ihn als ,Tag des Herrn’  begehen oder für Familie, Gemeinschaft, Ehrenamt  und Erholung nutzen. Er sei eine ,Entschleunigungs-Oase’, die wichtig ist, weil die Gesellschaft erst durch langsamere Taktung zur Ruhe komme." Der Sonntag gebe der Gesellschaft den benötigten Rhythmus, dessen Fehlen krank macht, ja, der Sonntag ermögliche,  "dass die Konkurrenz Pause macht und der Gemeinsinn wächst", sagte die Präsidentin der Katholischen Aktion Salzburg. "Es steht viel auf dem Spiel, wenn Politik und Wirtschaft den Sonntag nicht in Ruhe lassen", schloss Elisabeth Mayer.

Foto: „Habt’s mi gern am Tag des Herrn“: AK und Katholische Aktion Salzburg setzten sich gemeinsam gegen die Sonntags-Arbeit ein.

Foto: AK Salzburg

 

 

 

 

 

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