Sorge um "moralischen Grundwasserspiegel"

 

Erzbischof Franz Lackner im Ö1-Wirtschaftsmagazin "Saldo" über Grundprinzipien der Katholischen Soziallehre 

 

Salzburg (KAP/eds 19.12.2014) Den "moralischen Grundwasserspiegel" im Land sieht der Salzburger Erzbischof Franz Lackner bedroht. Die Kluft zwischen Arm und Reich werde immer größer und die Würde des Menschen - besonders am Anfang und am Ende des Lebens - vielfach in Frage gestellt, sagte Lackner am Freitag in der Ö1-Sendung "Saldo". Die Botschaft, dass dem Menschen eine unveräußerliche Würde zukomme, sei vielfach verloren gegangen. Zugleich ortete der Erzbischof bei vielen Menschen neue Fragen nach Werten, Grenzen und Zielen der Gesellschaft und des menschlichen Daseines. Hier wachse ein neues gesellschaftliches Bewusstsein. Zugleich erinnerte Lackner an die zentralen Prinzipien der Katholischen Soziallehre - Gemeinwohl, Solidarität und Personalität

Soziale Gerechtigkeit werde sich nie ganz verwirklichen lassen, räumte Lackner ein. Auch wenn der Sozialstaat in Österreich eine große Errungenschaft sei, brauche es "große Wachsamkeit für die, die durch das soziale Netz fallen". Der Glaube biete an dieser Stelle sicher ein großes Motivationspotenzial. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf den Auftrag von Papst Franziskus an die Kirche, zu den Rändern der Gesellschaft zu gehen. Freilich sei die Kirche weit mehr als eine "soziale Ausgleichsbewegung".

Lackner kam auch auf seine eigenen Biografie zu sprechen, zu der in jungen Jahren auch Gelegenheitsjobs und Arbeitslosigkeit gehörten. Er habe deshalb auch ein besonderes Gespür für Menschen, denen es ähnlich geht wie einst ihm. Freilich zeige sein Lebensweg auch, dass es immer wieder Chancen gibt, um aus schwierigen Situationen herauszukommen, so der Erzbischof. Er bekräftigte auch seine Überzeugung, dass die Kirche mit anderen gesellschaftlichen Kräften - über Ideologiegrenzen hinweg - Allianzen eingehen müsse, um die großem sozialen, wirtschaftlichen und ethischen Herausforderungen der Gegenwart zu meistern.

Zwar sei die Erzdiözese Salzburg von außen betrachtet wohl auch eine Art Unternehmen, als Firma wolle er sie aber nicht betrachten. Leitmotiv sei, treu zur Botschaft Jesu Christi zu stehen. Das beinhalte Nachhaltigkeit im handeln, keine Profitorientierung, keine Schulden und einen sorgsamen Umgang mit der Schöpfung.


Das Gespräch zum Nachhören

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