Spenden aus der Region für die Region

 

Spendenfreude. Der März steht wie jedes Jahr ganz im Zeichen der Caritas-Haussammlung in der Erzdiözese Salzburg

 

 

 

Salzburg. 3.500 Haussammlerinnen und Haussammler machen sich im März auf den Weg, um Spenden für Menschen in Not aus der unmittelbaren Nachbarschaft zu sammeln. Die Hilfe kommt schnell und unbürokratisch dort an, wo sie am nötigsten gebraucht wird. Unterstützt werden unter anderem Alleinerziehende, schwerkranke Menschen, Familien in finanziellen Nöten oder Menschen, die von Altersarmut  betroffen sind. 40 Prozent der gesammelten Gelder stehen der Heimatpfarre für direkte Nothilfe zur Verfügung. Die restlichen 60 Prozent fließen in regionale Projekte der Caritas Salzburg.

Die Haussammlung ist die größte Sammlung der Caritas im Land Salzburg. Rund eine Million Euro wurde im letzten Jahr gespendet. 723.000 Euro im Bundesland Salzburg und 310.000 Euro im Tiroler Unterland. „Unsere Haussammlerinnen und Haussammler sammeln für Menschen in unserer unmittelbaren Nähe, die im Moment Hilfe benötigen. Wenn ihnen von Not berichtet wird oder Not begegnet, bieten sie Unterstützung an und vermitteln an Einrichtungen, die weiterhelfen können“, so Caritas-Direktor Johannes Dines. „Ohne unsere Haussammlung bliebe vielen Menschen in unserer Nachbarschaft Hilfe verwehrt.“

Haussammlerinnen und -sammler gesucht 

Pfarren und Caritas freuen sich über Unterstützung bei der Haussammlung. Menschen, die Interesse haben, in ihrer Pfarre sammeln zu gehen, werden gebeten, sich in ihrer Wohnsitzpfarre im Sekretariat zu melden. Auch die Pfarre Krispl kämpft um Nachwuchs. Aktuell sind zwei Männer und sieben Frauen – meist schon in Pension – in der 340-Haushalte-Gemeinde unterwegs, um Spenden für Bedürftige zu sammeln. Fast alle sind altbewährte Haussammlerinnen und Haussammler, die diese Tätigkeit schon über Jahre ausführen. Auffallend ist, dass die Spendenfreudigkeit im Wandel begriffen ist: es werden mehr, die nicht spenden, dafür geben jene, die spenden mehr. Was mit den Spendengeldern passiert, die in der Pfarre bleiben, entscheidet der Pfarrer gemeinsam mit dem Pfarrgemeinderat und dem Pfarrkirchenrat.

Engagement aus Erziehung und Glaube

Walter Pillgruber, seit mittlerweilen fünf Jahren für den guten Zweck in Krispl unterwegs, ist zufällig zum Haussammeln gekommen – er ist damals für jemanden eingesprungen, der ausgefallen war.  Er sieht die Tätigkeit durchwegs positiv: „Es gibt so viele verschiedene Gründe, aus denen Menschen Hilfe brauchen. Und ich fühle mit ihnen mit. Deshalb mache ich das gerne“, sagt Pillgruber. Er hat aber auch die Erfahrung gemacht, dass manche Leute kritisch sind, nicht daran glauben, dass ihre Spenden am rechten Ort ankommen, und deshalb auch nicht spenden wollen. Die meisten seien aber freigiebig. Wenn man mehr bekommt als erwartet, sei das eine große Freude. Außerdem sei es für die Menschen ein Anreiz, dass 40 Prozent der Spendengelder in der Heimatpfarre bleiben. Ein Vorteil beim Sammeln ist auch, dass in einer solch kleinen Gemeinde jeder jeden kennt. Pillgruber ist bei der Feuerwehr und spielt die Tuba in der örtlichen Blasmusik – dadurch kenne er viele Menschen aus dem Ort. Er nimmt sich auch immer Zeit für ein Gespräch – es wird über die Caritas oder über Tagesaktuelles geplaudert. 

Er selbst sei noch nie in einer prekären Situation gewesen, schätzt sich der engagierte Haussammler glücklich. Umsomehr ist es ihm ein Anliegen, Menschen in Not zu unterstützen. „Einerseits handle ich aus meinem Glauben heraus, andererseits bin ich so erzogen worden“, so Pillgruber.

 

Foto 1: Engagiert. Die Caritas-Haussammlerinnen und -sammler tun jedes Jahr zwischen 1. und 31. März ihren Dienst. Sie gehen von Haushalt zu Haushalt und sammeln Spenden für Hilfsbedürftige.

Foto 1: RB/Caritas Salzburg

Foto 2: Die Krispler Caritas-Haussammler-Truppe: Walter Pillgruber, Barbara Weißenbacher, Waltraud Moltinger, Theresia Wallmann, Maria Höll-bacher, Erna Bogensperger, Koloman Wallmann, Hilda Schörghofer (v.l.).

Foto 2: RB/Pfarre Krispl

 

 

 

 

 

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