Sternsinger regieren das Land

 

Die Sternsinger der Katholischen Jungschar Salzburg ziehen in diesen Tagen wieder umher, singen und bitten um Spenden

 

SALZBURG, ST.GILGEN (eds-2. 1. 2020) / Caspar, Melchior und Balthasar in „vielfacher Ausführung“ ziehen noch bis 6. Jänner in der Erzdiözese Salzburg von Haus zu Haus. Als Sternsingerinnen und Sternsinger der Katholischen Jungschar bringen sie zum 66. Mal Segen und tragen singend die Frohe Botschaft weiter. Dabei bitten sie um Spenden.

Goldene Kronen und lauter Gesang in St. Gilgen

Zwei Proben gab es für rund 40 Mädchen und Burschen in der Flachgauer Pfarre St. Gilgen, bevor sie durch den Ort, durch Abersee und Winkl zogen. Aufregung und Vorfreude herrschten bei der Auswahl der Gewänder, die ehrenamtliche Helferinnen und Helfer das Jahr über in Schuss gehalten hatten. Als alle ihre Mäntel und Kronen hatten, konnte es losgehen. 
Rund 10.000 Kinder und Jugendliche sind es auch in diesem Jahr insgesamt wieder, die als Heilige Drei Könige in der Erzdiözese Salzburg unterwegs sind. Offensichtlich sind sie gern gesehen: „Exakt 1.904.296,08 Euro haben sie im vergangenen Jahr ,ersungen‘. Österreichweit waren es rund 17,7 Millionen Euro“, sagt Wolfgang Hammerschmid-Rücker, Geschäftsführer der Katholischen Jungschar Salzburg (KJS). Mit dem Geld unterstützt die Jungschar rund 500 Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika – etwa für Projekte in Sachen Bildung, Soziales, Menschenrechte, Minderheiten- und Umweltschutz oder Seelsorge.
Die Mädchen und Burschen legen in diesen Tagen geschätzte 420.000 Kilometer zurück; damit umrunden sie rund zehn Mal den Erdball.

Und was bedeutet dieses 20 – C + M + B – 20?

Stehen die Buchstaben wirklich für „Caspar, Melchior und Balthasar“? Vielmehr ist es so, dass die Kombination aus Buchstaben und Zahlen einen Segen für das neue Jahr ergibt. Die Zeichen "20 – C + M + B – 20" stehen für „Christus mansionem benedicat“, also „Christus segne dieses Haus“ im Jahr 2020.

Spenden: Gütesiegel und Absetzbarkeit

Spenden an die Sternsinger sind steuerlich absetzbar. Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar war 2001 unter den ersten Organisationen, der die Kammer für Wirtschaftstreuhänder das Spenden-Gütesiegel verlieh. Die gesamte Finanzabwicklung der Dreikönigsaktion wird jährlich von unabhängigen Wirtschaftsprüfern kontrolliert.

Drei Könige und ihre Gaben

Caspar („Schatzmeister“), Melchior („Mein König ist Licht“) und Balthasar („Schütze sein Leben“) wurden erst im 5. Jahrhundert durch die Überlieferung zu den Heiligen Drei Königen. Jeder von ihnen stand für einen der damals bekannten Erdteile – Afrika, Asien und Europa.

Im Mittelalter begannen die bis dahin sehr verbreiteten Neujahrssinger in die Rollen von Caspar, Melchior und Balthasar zu schlüpfen. Das Sternsingen diente bereits damals dazu, die Not der Menschen zu lindern. Ab dem 16. Jahrhundert war der Brauch den Schülern, Studenten und Handwerksburschen vorbehalten, die mit den Spenden für ihre Darbietung ihre materielle Not linderten. Heute sind rund zwei Drittel der Sternsinger Mädchen.

 

Foto: Vom Pfarrsaal in St. Gilgen aus machten sich die Sternsingerinnen und Sternsinger auf den Weg zu den Menschen, um Spenden zu „ersingen“. Rund 40 Kinder waren in der Gemeinde sowie in Abersee und Winkl unterwegs.
Foto: Durch den Schnee stapften drei Könige in der Pfarre Abtenau.
Fotos: Erzdiözese Salzburg (eds)

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