Tag der Schöpfung: „Wir sind nicht Gott“

 

Franz Fischler wird „beim Erzbischof zu Gast“ sein

 

SALZBURG (eds – 31. 8. 2015) / „Wir sind nicht Gott. Die Erde ist uns gegeben worden“, zitiert der Salzburger Erzbischof Franz Lackner die Umweltenzyklika des Papstes. Anlässlich des „Tages der Schöpfung“, der am morgigen 1. September gefeiert wird, sagt Lackner weiter: „Die Schöpfung trägt, birgt, gibt uns Nahrung und Schutz und ist Ursprung des Lebens und der Entfaltung.“

Papst Franziskus hat den Schöpfungstag von der orthodoxen Kirche aufgegriffen und zu einem jährlichen Fixpunkt im Kirchenjahr erklärt. Der Tag eröffnet die sogenannte „Schöpfungszeit“, die bis 4. Oktober begangen wird. Im Mittelpunkt der Initiative stehen Dank und Verantwortung für Schöpfung und Umwelt.

Kleine Schritte für ein größeres Ziel

Als „notwendigen Schritt“ bezeichnet der Umweltreferent der Erzdiözese Salzburg, Johann Neumayer, die Einführung des Schöpfungstages. „Die Schöpfungszeit lädt ein, die Schöpfung als spirituelles Thema zu entdecken“, so Neumayer, für den dabei „der Geschenkcharakter des Lebens“ sehr wesentlich ist. Der Theologe und Biologe betont weiter: „Die Zeit regt außerdem an, im eigenen Handeln konsequent umweltfreundlich zu leben und Maßstäbe, die man anderen anlegt, auch selbst einzuhalten sowie sich konkrete Ziele zu setzen – von Energiesparen bis zum nachhaltigen Einkauf. Natürlich sind die Schritte oft klein, aber das Ziel ist ein größeres“.

„Aus Rom weht ein starker Wind in Bezug auf Umweltfragen“, begrüßt Johann Neumayer die Initiative des Papstes, die er in enger Verbindung zur kürzlich erschienenen Enzyklika des Kirchenoberhauptes sieht. „Sie ist für jeden verständlich verfasst und eine schonungslose Diagnose über den Zustand unserer Erde“, beschreibt der Referent die Stärken des päpstlichen Schreibens. „Außerdem macht sie deutlich, dass man soziale Fragen und Umweltfragen nicht trennen kann und dass die Lösung nur in einem gemeinsamen Wahrnehmen der Verantwortung liegen kann“, erklärt Neumayer.

Franz Fischler zum Thema „Nachhaltigkeit“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Beim Erzbischof zu Gast“ wird der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler am 1. Oktober zum Thema „Nachhaltigkeit“ sprechen.

Am 3. Oktober findet um 14.00 Uhr im Rahmen der Begegnungswoche „Offener Himmel“ eine Ökumenische Schöpfungswanderung statt. Diese führt durch Salzburger Stadtteil- und andere Gärten. Am Programm steht dabei die Begegnung mit Gärtnern verschiedener Herkunft und Religion. Ein interreligiöses Erntedankgebet, eine kleine Verköstigung und der gemeinsame Abschluss im Garten des Kapuzinerklosters runden die Wanderung ab, die bei jedem Wetter stattfindet.

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