Uni Salzburg ehrt Benediktinerpater Michels mit Ausstellung

 

Ausstellung "Mönch, Gelehrter, Politiker" im Literaturarchiv nimmt u.a. auch Michels' unbeugsame Haltung gegen die Nazis in den Blick

 

SALZBURG (kap - 13.1.2016) Die Universität Salzburg würdigt vom 14. Jänner bis 25. Februar 2016 eine der faszinierendsten Persönlichkeiten des österreichischen Katholizismus: Unter dem Titel "Mönch, Gelehrter, Politiker" präsentiert eine Ausstellung im Literaturarchiv nicht nur die wissenschaftlichen Leistungen des Benediktinerpaters Thomas Michels (1892-1979) als Universitätsprofessor an der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg, sondern erinnert auch an seine unbeugsame Haltung gegenüber den Nationalsozialisten.

Die Ausstellung weist auf Spuren hin, die der Benediktinerpater bis heute in Salzburg hinterlassen hat. Es wird Michels Eintreten für die Gründung einer katholischen Universität in Salzburg zur Zeit des Austrofaschismus thematisiert sowie seine Flucht aus Salzburg in der Nacht zum 12. März 1938. Als scharfer Gegner des Naziregimes musste er zunächst nach Italien und später in die Vereinigten Staaten emigrieren. In seinem Leben spiegelt sich die bewegte Geschichte des 20. Jahrhunderts wider.

Die Ausstellung schildert Michels darüber hinaus als Benediktinermönch, Förderer der Künste und Organisator der "Salzburger Hochschulwochen". Originaldokumente aus dem Nachlass von Michels sowie interaktive Darstellungstechniken vermitteln dabei neue Perspektiven auf Michels als Intellektuellen mit einem weit verzweigten Freundeskreis. Michels korrespondierte mit Theologen und Politikern ebenso wie mit Künstlern und Intellektuellen: Der Bildhauer Toni Schneider-Manzell, die Komponisten Carl Orff und Egon Wellesz, der Schriftsteller Karl Wolfskehl oder der Architekt Clemens Holzmeister waren nur einige, deren Präsenz im Leben von Thomas Michels dessen Weltläufigkeit und Mittlerfunktion dokumentiert.

Michels wurde 1892 im deutschen Krefeld geboren. Er trat 1910 in das Kloster Maria Laach in der Eifel ein und studierte Philosophie und Theologie. 1917 zum Priester geweiht, ging P. Michels auf Wunsch seines Abtes Ildefons Herwegen 1929 als Dozent für Liturgie- und Religionsgeschichte nach Salzburg.

In seinem US-Exil fühlte sich P. Michels als österreichischer Patriot: "Salzburg frei! Ich verlange heim nach Österreich mehr denn je. Was soll ich hier!", schrieb er am 1. Mai 1945 in sein Tagebuch, und bereits zwei Jahre später kehrte er nach Salzburg zurück.

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