„Schönheit ist ein Grundbedürfnis“

 

Erzbischof Franz Lackner eröffnete die Ausstellung „Lacrimae“ des französisch-italienischen Künstlers Michel Pochet im Salzburger Bischofshaus

 

 

 

 

SALZBURG (eds-20.7.2019) / Im Foyer des Salzburger Bischofshauses sind bis 30. Juli Werke des aus Frankreich stammenden und in Italien lebenden Künstlers Michel Pochet zu sehen. Pochet setzt sich in Drucken und Gemälden mit dem Thema „Lacrimae“ (dt. Tränen) auseinander. Große Formate in kräftigen, teilweise dickflüssig aufgetragenen Farben und klare Linien sind charakteristisch für das Werk des Künstlers. Im Foyer des Salzburger Bischofshauses eröffnete Gastgeber Erzbischof Franz Lackner Samstagnachmittag die Ausstellung, die zugleich auch den thematischen Auftakt zur diesjährigen Ouverture spirituelle und den Disputationes der Salzburger Festspiele bildete.

„Zeichen unserer Menschlichkeit“

„Tränen sind Zeichen unserer Menschlichkeit“, sagt Erzbischof Franz Lackner in seinen Grußworten. Durch das Weinen, die Tränen, werde das Innerste des Menschen aufgebrochen – auch Jesus habe diese „zutiefst menschliche Erfahrung“ gemacht, etwa am Grab seines Freundes Lazarus. Gerade diese Menschlichkeit werde im Werk Pochets besonders anschaulich, so Lackner.

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler machte in ihrer Begrüßung auf die Beziehung zwischen Kunst und Kirche aufmerksam, die sie in der Ausstellung in besonderer Weise realisiert sieht. „Sie sind wie Nachbarn, sie bewohnen nicht das selbe Zimmer – aber sie tauschen sich aus“, ist sich die Festspielpräsidentin sicher. „Die Türen sind für den jeweils anderen – und diese Ausstellung zeugt davon – weit offen.“

Prälat Matthäus Appesbacher, auf dessen Initiative die Ausstellung „Lacrimae“ nach Salzburg kam, kennt den Künstler und sein Werk seit einigen Jahren. „Das wichtige Thema der Ausstellung ist ‚Dio piange con noi – Gott weint mit uns‘, denn Gott schenkt uns eine neue, hoffnungsvolle Dimension der Trauer“, erklärt Appesbacher. Pochet ist in und durch seine Kunst auf der Suche nach einer neuen Ausdrucksform dieser göttlichen Barmherzigkeit, erklärt er.  

Kunst hat soziale Verantwortung

Michel Pochet dachte in seinem Kurzstatement über den Sinn und Aufgabe zeitgenössischer Kunst nach: „Schönheit ist ein primäre Notwendigkeit, ein Grundbedürfnis, wie essen oder schlafen. Wenn es keine Schönheit gibt, gibt es keine Menschlichkeit“, betont der Künstler. Nicht zuletzt darin, diese Schönheit zu schenken, Menschen mit Kunst und Kunsthandwerk vertraut zu machen, ihnen Mittel der (Lebens-)Gestaltung in die Hand zu geben – in all dem sieht Pochet auch und vor allem eine soziale Verantwortung der Kunst.

Zum Künstler:

Michel Pochet ist 1940 in der Provence geboren und absolvierte ein Architekturstudium in Paris. 1996 gründet er das internationale Centro Maria, Ort der Begegnung und Vernetzung von Künstlerinnen und Künstlern aus allen Teilen der Welt, die er bei seinen vielen Reisen besucht hat. Er lebt und arbeitet seither in Rocca di Papa bei Rom. Sein künstlerischer Werdegang ist geprägt von der Suche nach einer verlorenen Schönheit, die für ihn in Gott zu finden ist. Er experimentiert mit Materialien, entwickelt neue künstlerische Ausdrucksformen und Techniken. Inspiriert durch die „Arte Povera“ wählt er bescheidene Materialien wie Leintücher und andere Stoffe. Große Formate in kräftigen, teilweise pastos aufgetragenen Farben und klaren Linien laden zur Betrachtung ein. Der Maler widmet sich auch der Skulptur, schreibt Gedichte, Essays und Romane.

Ausstellung „Lacrimae“ im Salzburger Bischofshaus: 20.–30. Juli 2019

Besuchszeiten: Mo–Do: 9 bis 17.30 Uhr und Fr: 9 bis 14.30 Uhr

Foto: (v.l.n.r.): Erzbischof Franz Lackner, Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und der Künstler Michel Pochet bei der Ausstellungseröffnung im Bischofshaus

Foto: Erzdiözese Salzburg

 

 

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