Vorfreude auf den Weltjugendtag in Panama

 

Unter den rund 2.000 jungen Teilnehmenden ist Sebastian Riedel aus dem Salzburger Priesterseminar

 

SALZBURG/NÜRNBERG. (eds-18.1.2019) / Rund 200 Jugendliche aus Österreich brechen in diesen Tagen Richtung Mittelamerika auf, um dort am katholischen Weltjugendtag (WJT) in Panama von 22. bis 27. Jänner teilzunehmen. Die Pilgerinnen und Pilger aus Österreich, die in zehn verschiedenen Gruppen – als Diözesan- und Dekanatsgruppen, mit Ordensgemeinschaften oder mit Bewegungen – nach Panama reisen, begleiten der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl und Bundesjugendseelsorger P. Darius Lebok. Weltweit werden über 200.000 Dauerteilnehmerinnen und -teilnehmer zum Glaubensfest erwartet, die meisten davon aus Lateinamerika.

Für Bischof Krautwaschl atmet der Weltjugendtag immer einen besonderen Geist: „Junge Menschen erleben ihren Glauben aktiv und als große weltumspannende Gemeinschaft. Sie erfahren, dass uns der Glaube nicht nur verbindet, sondern auch fernab der Heimat unseren Alltag mitprägt", sagte der Bischof. Er freue sich auf Panama und die zahlreichen Begegnungen.

Bundesjugendseelsorger P. Lebok gab an, er freue sich nicht nur auf das Land, sondern auch auf die Menschen dort. „Die vielen Pilger, die in den nächsten Tagen nach Panama kommen, werden viel Freude mitbringen", so der Bundesjugendseelsorger. Diese Freude wurzle im Glauben. Besondere Erwartungen an den Weltjugendtag habe er nicht, er fliege „ergebnisoffen" nach Panama. Die Weltjugendtage sind für den Bundesjugendseelsorger Orte, „wo junge Menschen ihren Glauben zum Ausdruck bringen und Erfahrungen machen können, die ihr Leben prägen werden".

Mit jeweils mehr als 50 jungen Weltjugendtagspilgerinnen und -pilgern werden zwei Gruppen der Katholischen Jugend Steiermark und aus heimischen Katholischen Privatschulen die größten Gruppen aus Österreich in Panama sein. Auch die Junge Kirche Vorarlberg, die Militärdiözese oder etwa das Tiroler Dekanat Wilten haben eine Reise organisiert. Weitere Österreicher haben sich außerdem Panamafahrten wie jene des katholischen „YOU!"-Magazins, der Schönstattbewegung oder der Gemeinschaft Emmanuel angeschlossen, die für den gesamten deutschsprachigen Raum ausgeschrieben wurden.

Teilnehmer aus dem Salzburger Priesterseminar 

Ein Seminarist im eb. Priesterseminar der Erzdiözese Salzburg, Sebastian Riedel, wird unter den jungen Teilnehmenden beim Weltjugendtag sein. Er hat sich dabei den Jesuiten angeschlossen und berichtet: „Die Jesuiten organisieren im Vorfeld des Weltjugendtages ein eigenes Jugendtreffen: MAGIS! Mit einer kleinen Abordnung ignatianisch-interessierter junger Menschen aus Deutschland mache ich mich heuer auch auf den Weg zu MAGIS 2019 in Guatemala und dem Weltjugendtag in Panama. Zur Vorbereitung trafen wir uns in der Jesuitenmission in Nürnberg", so Riedel. 

Der Name des Jugendtreffens der Jesuiten ist Programm: MAGIS, – lat. für mehr – meint den Versuch, immer mehr dem Willen Gottes auf die Spur zu kommen. Das Wort ist dem Exerzitienbuch des hl. Ignatius von Loyola entnommen und taucht dort immer dann auf, wenn Ignatius davon spricht, „sich gegenseitig mehr helfen und nützen“, oder „zur größeren Ehre Gottes“. Letzteres ist auch das Motto der Jesuiten. Das Programm von MAGIS ist so gestaltet, dass die Pilgerinnen und Pilger auf ihrer Reise spirituelle, kulturelle und pastorale Erfahrungen machen können. „Dazu werden wir in Kleingruppen in ,Experimente' entsendet. Wir werden uns in vier Projekten in Guatemala engagieren. Einige werden etwa in einem Bildungsprogramm für Benachteiligte in Guatemala-Stadt mitarbeiten. Ein Projekt widmet sich der soziokulturellen Realität der Quiché, einer indigenen Volksgruppe Guatemalas. Ich bin einer Pfarre zugeteilt und in pastorale Aufgaben eingebunden. Ich freue mich, aus Guatemala und vom Weltjugendtag in Panama zu berichten", schreibt Sebastian Riedel, der für das Rupertusblatt immer wieder Einblicke vom Weltjugendtag „liefern" wird. 

Verschiedene Wege führen nach Panama 

Die Reiserouten nach Panama fallen sehr unterschiedlich aus. So besucht die Tiroler Gruppe zunächst ein Sozialprojekt in Kolumbien, bevor es mit einem Katamaran fünf Tage über das Meer nach Panama geht. Die WJT-Pilgerinnen und -pilger der Katholischen Jugend Steiermark reisen vor den Haupttagen in das am Panamakanal liegende Colon und hängen danach eine Woche in Costa Rica an. Die Gruppe aus der Militärdiözese verbindet den Panama-Aufenthalt mit einem Besuch in Nicaragua und stimmt sich dort u.a. mit Begegnungen in kirchlichen Einrichtungen auf den Weltjugendtag ein. Eine Begegnung mit Indigenen gehört wiederum zum Programm der Mädchen und Burschen aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland, die bei der von den Katholischen Privatschulen organisierten Reise Panama besucht.

In Panama-Stadt bildet am 22. Jänner das traditionelle „Österreicher-Treffen" den gemeinsamen Auftakt zu den WJT-Haupttagen. Bei dem Treffen mit Bischof Krautwaschl in einer Salesianerschule in Panama-Stadt können die österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer einander kennenlernen. Nachmittags eröffnet dann der panamaische Erzbischof Jose Domingo Ulloa mit einer Messe offiziell den Weltjugendtag.

Neben den großen Gottesdiensten mit dem Papst als Höhepunkte bilden die Katechesen an den Vormittagen weitere wichtige Bestandteile des Weltjugendtags. Auch Bischof Krautwaschl wird in Panama eine der Katechesen für die deutschsprachigen Pilgerinnen und Pilger halten.

Großtreffen im Dreijahresrhythmus

Der Weltjugendtag wird von der katholischen Kirche ausgerichtet und geht auf eine Initiative von Papst Johannes Paul II. (1978 – 2005) zurück. Das jeweilige katholische Kirchenoberhaupt lädt regelmäßig junge Christinnen und Christen aller Erdteile zu einem Treffen unter einem bestimmten Motto ein. Im Wechsel werden die Weltjugendtage jährlich in kleinerem Rahmen in den Diözesen vor Ort sowie rund alle drei Jahre als weltweites Großtreffen organisiert. Papst Franziskus nahm bereits an zwei früheren derartigen Großtreffen teil, 2013 im brasilianischen Rio de Janeiro und 2016 in Krakau in Polen.

Panama ist der bislang kleinste Staat, in dem ein Weltjugendtag stattfand. Rund 85 Prozent der 3,6 Millionen Einwohner sind Katholikinnen und Katholiken.

Weiter Infos: www.weltjugendtag.at

Foto: Sebastian Riedel mit Teilnehmenden des Jugendtreffens MAGIS. / Foto: RB/Sebastian Riedel

 

 

 

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