Wajid Ali plant von Kenia aus Rückkehr nach Österreich

 

Flüchtlingsseelsorger Dürlinger: Denkbar wäre eine Einreise als Saisonier für zwölf Monate

 

 

 

SALZBURG (eds/kap-6. 2. 2019) / Der pakistanische Lehrling Wajid Ali plant von Kenia aus seine Rückreise nach Österreich. Vergangenen Donnerstag konnte die Abschiebung nach Pakistan im letzten Moment verhindert werden. Ali flog stattdessen auf Einladung einer Benediktinergemeinschaft und mit einem Touristenvisum gemeinsam mit dem Salzburger Flüchtlingspfarrer Alois Dürlinger nach Nairobi.

„Wajid erzählte von seinen Hoffnungen und Sorgen“ 

Einen genauen Plan für die Rückreise gebe es noch nicht, berichtete Dürlinger bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Salzburg. Der Lehrling unterliege keinem Einreiseverbot. Denkbar wäre etwa eine Einreise als Saisonier für zwölf Monate. Dieses Visum könne wieder verlängert werden. Ziel sei es nach fünf Jahren Aufenthalt in Österreich einen Antrag auf dauerhaften Aufenthalt in der EU zu stellen.

Ali sei trotz der Strapazen in einem guten gesundheitlichen Zustand. „Er ist ein stabiler und starker Mann.“ Dürlinger habe viele Gespräche mit Wajid geführt, in denen Ali von seinen Hoffnungen und Sorgen erzählte. Der 23-Jährige habe aber Sehnsucht nach einer guten Ausbildung und einem Leben in einem freien Land. „Er möchte seinem Gastgeberland etwas von dem zurückgeben, was er hier als Hilfe erfahren hat. Die von Christen erfahrene Hilfe hat bei Wajid einen bleibenden Eindruck hinterlassen.“

„Migration ist ein Menschenrecht“

An die politischen Verantwortungsträger gewandt, meinte Dürlinger: „Für mich ist das Recht auf Migration ein Menschenrecht. Diese grundlegenden Menschenrechte müssen uns Menschen heilig sein, sie gründen im Letzten in der Anerkennung der Menschenwürde. Wenn man daran rührt, ist eine gefährliche Dynamik am Werk.“

Ali erhielt im Mai 2018 einen negativen Asylbescheid in zweiter Instanz und wurde Anfang Juni in Schubhaft genommen, um auf seine Abschiebung nach Pakistan zu warten. Es gelang, eine „Freilassung gegen gelindere Mittel“ zu erzielen, wobei sich der Lehrling seither alle 48 Stunden bei der Polizei melden musste. Zugleich legte sein Anwalt außerordentliche Revision gegen den Bescheid ein und stellte einen Antrag auf aufschiebende Wirkung. Ohne Rücksicht darauf wurde Ali am 1. Juli ein Bescheid zugestellt, demzufolge er sich binnen 72 Stunden in Schwechat einfinden müsse. Kurz vor Ablauf der Frist erklärte die Erzdiözese Salzburg, dem Asylwerber vorübergehend „Kirchenasyl“ im Stift St. Peter gewährt zu haben.

 

Foto: privat

 

 

 

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