„Was wir geben können“

 

Ägypten: Die Caritas Salzburg hilft Kindern aus den Elendsvierteln – Bildung ist ihr einziges Ticket aus der Armutsfalle

 

SALZBURG/KAIRO (eds-15. 2. 2019) / Große Ziele. Mohrahil ist klug und ehrgeizig. Wenn sie groß ist, will die junge Ägypterin Ärztin werden – für die Zwölfjährige schon jetzt eine echte Herausforderung. Möchte sie nämlich ihr Ziel erreichen, ist sie auf Hilfe angewiesen. Denn Mohrahil lebt in einem der größten Slums der Millionenstadt Kairo. 

Die Straßen in Kairo beginnen sich aufzulösen. Vor wenigen Metern noch hatte der hektische Verkehr Kairos den Asphalt bestimmt. Nun bahnen sich sandige Fahrspuren durch eine Siedlung, die hier eigentlich gar nicht stehen sollte: Haggana – eines von rund 50 Elendsvierteln der ägyptischen Hauptstadt und Heimat von Mohrahil Bastawros und ihrer Familie. 

„Es ist nicht mehr weit.“ Mohrahil ist auf dem Weg nach Hause. Vorbei an brüchigen Gebäuden und Müllbergen steuert sie eines der geziegelten Häuser der verfallenen Siedlung an. Dort angekommen nimmt sie im  Wohnzimmer mit ihren Eltern auf einem Sessel Platz. Mit dem Geld, das Vater Lotvi als Elektriker verdient, kann ein Großteil der Schulkosten bestritten werden – dennoch fehlt es oft am Notwendigsten, erzählt die Familie. „Die Bildung unserer drei Kinder hat für uns aber Priorität“, sagt Mutter Mariam. Die Eltern von Mohrahil wissen um die Wichtigkeit einer guten Ausbildung, vor allem für ihre Töchter. In Ägypten haben 1,4 Millionen Kinder im Alter zwischen 6 und 17 Jahren noch nie eine Schule besucht oder haben die Grundausbildung abgebrochen. Hauptsächlich Mädchen verlassen frühzeitig die Schule, um im Haushalt oder bei der Kindererziehung zu helfen. Das Bildungsdefizit hat weitreichende Folgen: 35 Prozent der Mädchen und Frauen können weder lesen noch schreiben; mittellosen Mädchen ohne Ausbildung drohen in Ägypten Kinderarbeit, Zwangsheirat oder im schlimmsten Fall ein Leben auf der Straße. Von Seiten der Behörden gibt es keine Unterstützung. Für Mutter Mariam ist damit klar: „Alles, was wir als Eltern unseren Kindern geben können, ist Zukunft.“

Auf dem Weg in die Selbstbestimmtheit 

Hilfe bekommt Familie Bastawros dabei von der Caritas. Sie unterstützt Mohrahil und 44 weitere Kinder aus dem Armenviertel Haggana auf dem Weg in eine bessere Zukunft und ermöglicht dem Mädchen den Besuch einer Privatschule, indem sie für den Schultransport, die Schuluniform und die Schulspeisung aufkommt. „Ohne diese Unterstützung könnten wir uns den Schulbesuch nicht leisten“, sagt Mutter Mariam. 

Der Bus holt die Schülerin jeden Tag um 7 Uhr ab und bringt sie in das Viertel Abbassia. In der Privatschule St. Vinzenz von Paul der Barmherzigen Schwestern lernt Mohrahil dann bis 15 Uhr Arabisch, Mathematik, Englisch und Französisch und bekommt bei Bedarf auch Förderunterricht. Am Nachmittag geht es wieder mit dem Bus zurück in ihr Viertel, wo sie im von der Caritas betriebenen Jugendzentrum in Haggana ihre Hausübungen macht und die Nachmittage dort mit Basteln und Spielen verbringt. Bis zu 150 Kinder finden dort eine sinnvolle Beschäftigung und werden so von den Straßen ferngehalten. Ihre Freizeit verbringt das Mädchen im Jugendzentrum trotzdem oft mit dem Lernen ihrer Lieblingsfächer Mathematik und Französisch. Die Zwölfährige weiß, was für sie auf dem Spiel steht und hat einen konkreten Berufswunsch. „Ich will Ärztin werden. Ich mag Wissenschaften. Und außerdem kann ich dann anderen helfen.“

Caritas-Kinderkampagne im Februar

Mit der Kinderkampagne lenkt die Caritas im Februar die Aufmerksamkeit auf Kinder in den ärmsten Regionen der Welt. Die Caritas Salzburg unterstützt vor allem in ihren Schwerpunktländern Ägypten, Libanon und Syrien.

Sie wollen helfen?

Spendenkonto: IBAN AT11 3500 0000 0004 1533; BIC RVSAAT2S

Kennwort: Kinderkampagne 2019

Online-Spenden: www.caritas-salzburg.at

Foto1: Die erste Klasse der Privatschule St. Vinzenz von Paul, unter den Schülerinnen sind auch Mädchen aus den Elendsvierteln der ägyptischen Hauptstadt Kairo.

Foto2: Mohrahil (Mitte) lebt mit Mutter Mariam, Schwester Justina, Bruder Flobatir und Vater Lotvi in einer Wohnung mit Wasser- und Stromanschluss. Nicht selbstverständlich in Haggana. Die Caritas hat bei der Instandsetzung des Hauses unterstützt.

Fotos: Erzdiözese Salzburg/Höckner

 

 

 

 

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