Weihnachten

 

Weihnachtsbotschaft von Erzbischof Franz Lackner, Infos und Termine zum Fest der Geburt Jesu Christi

 

SALZBURG (eds -20. 12. 2019) / Erzbischof Franz Lackner erklärt, was der Heilige Franziskus mit der Weihnachtskrippe zu tun hat und was uns das heute noch sagen kann:

Eine Krippe, ein Kind und ein Erweckungserlebnis

Über die Weihnachtsfeier des Heiligen Franz von Assisi

Als ich mit 28 Jahren in den Franziskanerorden eintrat, hat mich der Heilige Franziskus, sein Glauben und Wirken fasziniert. 1181/82 in Assisi geboren, hat er nach einem Leben als junger Soldat und reicher, angesehener Tuchhändlersohn, eine Begegnung mit Christus, die ihn für immer verändern würde. „Bau meine Kirche wieder auf“ waren die Worte, die ihm in San Damiano vom Kreuz herunter mitten ins Herz trafen – und wir wissen, was darauffolgte: Franziskus war ein Mann der Tat, ging sogleich eifrig ans Werk und – Stein um Stein – wurde aus der heruntergekommenen Kirche nahe der Stadt Assisi wieder ein lebendiger Ort des Gebetes und der Nächstenliebe.

An Weihnachten, heißt es, hätte sein Glaubenseifer jedes Jahr einen Höhepunkt erfahren. Fasziniert von dem außergewöhnlichen Ereignis in Betlehem, kam ihm 1223 die fixe Idee, die Weihnachtskrippe lebendig werden zu lassen. Das, was vor damals mehr als tausendzweihundert Jahren in Betlehem geschah, daran sollten die Menschen Anteil haben können: In wochenlangen Vorbereitungen wird eine Kirche in Greccio zum Stall: Ochs und Esel wurden herbeigeschafft, Stroh in der Kirche ausgelegt – der Altar wird zur Krippe, die Krippe wird zum Altar. Bei Thomas von Celano lesen wir, wie sich Männer, Frauen und Ordensbrüder mit Fackeln zu diesem besonderen Ort aufmachten, um den außergewöhnlichen Gottesdienst mitzufeiern. Am 24. Dezember war es dann soweit: In Gemeinschaft erinnerte man sich in dieser einzigartigen Kulisse an das Kind von Betlehem. Wir können uns vorstellen: der Geruch von Stroh, die schnaubenden Tiere – eindrücklich wird da die Situation der Heiligen Familie vor Augen geführt, um sie durch die Feier am Altar zugleich in einen heilsgeschichtlichen Kontext zu stellen: Denn dieses Kind von Betlehem, das seine erste Nacht auf Erden in einem ärmlichen Stall zubrachte, dieser Jesus wird für uns am Kreuz sterben, uns Hoffnung schenken, uns alle erlösen, ja sich selbst für uns hingeben. Im Bild der lebendigen Krippe in der Kirche von Greccio verdichtet sich damit unser christlicher Glaube in einzigartiger Weise: Die Krippe kommt für die Menschen in Greccio plötzlich in ihre Lebenswirklichkeit herein und sie verstehen: Was damals in Betlehem geschah, hat Auswirkung auf uns und unseren Glauben, hat einen festen Sitz in unserem Leben; welche unbeschreibliche Wirkung dieser Gottesdienst auf die Mitfeiernden gehabt haben muss, können wir in der Vision des Johannes von Greccio erahnen: Denn während des Gottesdienstes, bei der Betrachtung der Krippe, sah Johannes, wie im Stroh plötzlich ein lebloses Kind lag, das, als sich der Heilige Franz näherte und es berührte, wieder zum Leben erweckt wurde. Ein wahres Erweckungserlebnis des Glaubens durfte dieser Johannes erfahren: Für ihn ist bei Betrachtung dieser Weihnachtskrippe der Glaube an den menschgewordenen Gott ins Heute gebracht, im wahrsten Sinne des Wortes lebendig geworden.

Weihnachten ins Heute bringen: Was der heilige Franziskus durch seine lebendige Krippe damals initiiert hat, kann auch in unserer Zeit Ansporn und Auftrag sein: Nicht nur in den vielen Traditionen, etwa den Krippen(spielen), die durch den weihnachtlichen Gottesdienst des heiligen Franz immer noch gelebt werden, erwacht unser Glauben zum Leben. Der Heilige erinnert uns daran: Wir müssen die Krippe, das Kind von Betlehem, auch im Heute suchen, es zu den Menschen bringen: Wo sind die Krippen unserer Zeit, könnten wir fragen. Was wird durch Schmuck und Tand zugedeckt und: Wie können wir unseren Glauben an einen Gott, der zu uns in die Welt kommt, wiedererwecken – im stillen Betrachten, gemeinsamen Feiern oder im Sich-Selbst-Schenken an den Nächsten.

Nehmen wir die Einladung des Heiligen Franziskus an, bauen wir mit – Stein um Stein – an unserer Kirche, bereiten wir gemeinsam dem Herrn den Weg in unsere Welt und treffen wir uns an Weihnachten wieder – in freudiger Erwartung auf die Ankunft unseres Herrn – im Stall von Bethlehem.

Frohe Weihnachten wünscht Ihnen Ihr

Erzbischof Franz Lackner

 

 

Weihnachten: Fest der Geburt Christi

Mit dem ersten Adventsonntag hat das neue Kirchenjahr begonnen. Die Adventzeit geleitet zum ersten Hochfest der katholischen Kirche im Jahreskreis, Weihnachten, hin. Zu diesem Fest feiern rund 1,25 Milliarden Katholiken sowie Anglikaner, Protestanten und Orthodoxe die Geburt Jesu Christi. Die Weihnachtszeit in der katholischen Kirche beginnt mit der ersten Vesper am Heiligen Abend (24. Dezember), dem Vorabend des Christtags (25. Dezember), und endet mit dem Fest der Taufe des Herrn (am Sonntag nach dem 6. Jänner). Das Weihnachtsfest hat als kirchliches Hochfest eine Oktav: Die Kirche feiert – liturgisch gesehen – acht Tage lang Weihnachten bis zum Neujahrstag. Am achten Tag (oder Oktavtag, dem 1. Jänner) wird das Hochfest der Gottesmutter Maria und die Beschneidung des Herrn gefeiert. Beendet wird die Weihnachtszeit mit dem Tag der Taufe des Herrn.

Übersicht
Die Weihnachtszeit in der katholischen Kirche umfasst somit folgende Festtage:
24. Dezember, Heiliger Abend: Beginn der Weihnachtszeit mit der Vesper am Nachmittag
25. Dezember, Christtag: Christmette zu Mitternacht; Morgenmesse; Hochamt
26. Dezember, hl. Stephanus: Tagesheiliger
27. Dezember, Evangelist Johannes: Tagesheiliger
28. Dezember, Unschuldige Kinder
29. Dezember oder Sonntag in der Weihnachtsoktav: Fest der Heiligen Familie
1. Jänner, Hochfest der Gottesmutter Maria (Beschneidung des Herrn)
6. Jänner, Erscheinung des Herrn (Epiphanias/Epiphanie): Heilige Drei Könige
Sonntag nach Epiphanias: Taufe des Herrn (2020: 12. Jänner)

Geschichte des Weihnachtsfests
Die Feier von Weihnachten am 25. Dezember als Geburtsfest Jesu geht auf das Jahr 336 zurück. Ursprünglich wurde nur das Fest der Erscheinung (Epiphanias) des Herrn am 6. Jänner gefeiert. Ab dem 2. Jahrhundert kam die Feier der Geburt Jesu dazu.

24. Dezember: Heiliger Abend
Liturgisch beginnt die Weihnachtszeit mit der ersten Vesper von Christi Geburt am 24. Dezember. In der Messe am Heiligen Abend steht noch die Erwartung der Ankunft Christi im Vordergrund (1. Lesung: Jes 62,1–5; 2. Lesung: Apg 13,16–25; Evangelium: Mt 1,1–25).
Liturgische Farbe: Weiß

Brauchtum
Zum Weihnachtsfest werden in Kirchen und Privathäusern die Weihnachtskrippen aufgestellt. Es sind dies figürliche Darstellungen des Weihnachtsgeschehens. Als Begründer dieser Tradition gilt der hl. Franz von Assisi, der anstelle einer Predigt das Weihnachtsgeschehen erstmals mit Menschen und Tieren nachstellte.
Durch die zeitweilige Verbannung der Weihnachtskrippen aus den Kirchen u. a. unter Kaiser Joseph II. hielten die Krippen Einzug in Privathäuser. Diese Tradition blieb nach Aufhebung der Verbote bis heute bestehen. Die Krippen werden mit Ende der Weihnachtszeit wieder abgebaut.
Eine weitere Tradition zur Weihnachtszeit ist das Ausräuchern von Haus, Stall und Hof mit Weihrauch und Kräutern in den Raunächten. Diese reichen je nach Region von der Thomasnacht (21. Dezember) oder vom Heiligen Abend (24. Dezember) bis Epiphanias (6. Jänner).

25. Dezember: Christtag
An diesem Tag wird die Geburt Christi gefeiert. In der nächtlichen Christmette kommt die Freude zum Ausdruck (1. Lesung: Jes 9,1–6; 2. Lesung: Tit 2,11–14; Evangelium: Lk 2,1–14), während in der Morgenmesse (Hirtenmesse) die Hoffnung auf Erlösung durch die Menschwerdung Gottes im Zentrum steht (1. Lesung: Jes 62,11–12; 2. Lesung: Tit 3,4–7; Evangelium: Lk 2,15–20). Das Hochamt schließlich ist dem Heilsplan Gottes gewidmet (1. Lesung: Jes 52, 7–10; 2. Lesung: Hebr 1, 1–6; Evangelium: Joh 1, 1–18). Am 25. Dezember spendet der Papst nach dem Angelus-Gebet am Mittag den traditionellen Segen Urbi et Orbi („Der Stadt [Rom] und dem Erdkreis“).
Liturgische Farbe: Weiß

26. Dezember: hl. Stephanus, Stefanitag
Der hl. Stephanus ist einer der Comites Christi (lat. „Begleiter Christi“) und erster Märtyrer des Christentums. Er ist der Erste, von dem überliefert wird, dass er wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus getötet wurde. Das Fest des ersten christlichen Märtyrers Stephanus (Lesung: Apg 6, 8–10; 7, 54–60) am 26. Dezember ist im Osten schon im 4. Jahrhundert bezeugt und fand zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert weite Verbreitung.
Liturgische Farbe: Rot

Brauchtum
Beginn des Aperschnalzens im Salzburger Flachgau und im anschließenden Rupertiwinkel. Die Wurzeln dieses Lärmbrauchtums liegen im Dunkeln. Der ursprüngliche Zweck war aber wohl die Vertreibung des Winters und das Wecken des Frühlings.

Kirchenpatrozinium in der Erzdiözese Salzburg:
Adnet, Kirchdorf in Tirol, Oberalm und Schleedorf

27. Dezember: Evangelist Johannes
Der Evangelist Johannes wird in der kirchlichen Tradition auch als Johannes Evangelista bezeichnet. Er ist der Hauptautor des Johannesevangeliums. In der Tradition wird er mit dem Apostel Johannes als dem Lieblingsjünger Jesu gleichgesetzt. Man sieht in ihm auch den Verfasser der Johannesbriefe und der Offenbarung, was aber zunehmend kritisch hinterfragt wird.
Tagesevangelium: Joh 20, 2–8
Liturgische Farbe: Weiß

28. Dezember: Unschuldige Kinder
Der „Tag der unschuldigen Kinder“ wurde im Jahr 505 erstmals in einem nordafrikanischen Kalender erwähnt. An diesem Tag wird der in Bethlehem ermordeten Kinder gedacht. Dies geschah auf Geheiß des Königs Herodes, der glaubte, dass der geweissagte König darunter sein müsse. Im Mittelalter wurde der Tag in Schulen und Klöstern zum Kinderfest. Kinder wählten für diesen einen Tag einen Kinderbischof.
Tagesevangelium: Mt 2, 13–18
Liturgische Farbe: Rot

Brauchtum
Im Lungau ist der Brauch des Frisch-und-g‘sund-Schlagens verbreitet. Die Kinder streichen die Erwachsenen mit frischen Fichtenzweigen oder Birkenruten uns sagen ihren Spruch: „Frisch und gsund, frisch und g‘sund, bleib aufs Jahr auch noch g‘sund, und ein langes Leben soll dir Gott im Himmel geben.“ Die Erwachsenen belohnen die Kinder für die guten Wünsche mit kleinen Gaben.

29. Dezember: Fest der Heiligen Familie
In der katholischen Tradition begann die Verehrung der Heiligen Familie in der Neuzeit. 1921 wurde das Fest auf den ersten Sonntag nach Erscheinung des Herrn gelegt und seit der Liturgiereform 1969 am Sonntag in der Weihnachtsoktav begangen. Liegt zwischen Weihnachten und Neujahr kein Sonntag, feiert man das Fest der Heiligen Familie am 30. Dezember. Fällt der Sonntag nach dem Christtag auf den 26. Dezember, verdrängt es das Fest des hl. Stefan. Ist hingegen der 28. Dezember ein Sonntag, wird es anstelle des Festes der Unschuldigen Kinder begangen.
Das Tagesevangelium des heurigen Lesejahrs bezieht sich auf die Wallfahrt der Familie nach Jerusalem mit dem Aufenthalt Jesu im Tempel (Mt 2, 13–15; 19–23).
Liturgische Farbe: Weiß

Kirchenpatrozinium in der Erzdiözese Salzburg:
Kufstein-Endach

1. Jänner: Hochfest der Gottesmutter Maria
An diesem Tag wird Maria als Mutter Jesu gefeiert. Die Weihnachtsfreude geht über in ein Marienlob. Das Gebet „Unter deinen Schutz und Schirm“, das aus der Mitte des 3. Jahrhunderts stammt und somit das älteste Mariengebet ist, wird am 1. Jänner zur Feier gebetet. Es stellt das Jahr unter den Schutz der Mutter des Herrn. Der 1. Jänner ist auch universaler Weltfriedenstag.
Tagesevangelium: Lk 2, 16–21
Liturgische Farbe: Weiß

6. Jänner: Erscheinung des Herrn (Epiphanias/Epiphanie), Heilige Drei Könige
Am 6. Jänner feiert die katholische Kirche die Erscheinung des Herrn. Als Epiphanie wird die Erscheinung der menschlichen Gegenwart Gottes in der Person Jesu Christi bezeichnet. Zugleich wird das Namensfest der Heiligen Drei Könige begangen. Das Matthäus-Evangelium berichtet – je nach Übersetzung – von Sterndeutern, Magiern oder Weisen aus dem Osten, die einer Sternkonstellation folgend über Jerusalem nach Bethlehem kamen, um den neu geborenen König der Juden zu suchen.
Seit dem 6. Jahrhundert werden sie mit Caspar, Melchior und Balthasar bezeichnet. In der Kunst wird zumeist Caspar als Myrre schenkender Afrikaner, Melchior als Goldschätze überreichender Europäer und Balthasar als asiatischer König gezeigt, der Weihrauch zur Krippe bringt. Bei den Geschenken steht Gold für das angemessene Geschenk für einen König, Myrrhe verweist als Heilpflanze auf den „Heiland“ und durch ihre Verwendung zur Einbalsamierung gleichzeitig auf den zukünftigen Tod. Der Weihrauch steht für Reinigung, Verehrung und Gebet und ist für den zukünftigen Hohepriester gedacht.
Nach einer Legende wurden die Gebeine der Heiligen Drei Könige zunächst in Konstantinopel aufbewahrt. Später sollen die sterblichen Überreste nach Mailand gelangt sein. Die Gebeine wurden 1164 als Kriegsbeute nach Köln überführt.
Die Heiligen Drei Könige werden als Schutzpatrone der Reisenden, Pilger, Kaufleute, Gastwirte und Kürschner verehrt.

Brauchtum
Die Tradition des Sternsingens geht auf mittelalterliche Heischebräuche – Bitten um Gaben – zurück. Es diente dazu, sich in der kalten Jahreszeit ein Zubrot zu verdienen. Im 20. Jahrhundert wurde dieser Brauch wiederbelebt.

Dreikönigsaktion
Heute ziehen im Rahmen der Dreikönigsaktion der katholischen Jungschar (https://www.dka.at/) einige Tausend Kinder und Jugendliche Jahr für Jahr in den Tagen vor dem 6. Jänner von Haus zu Haus, um für alle zu singen, die ihnen die Tür öffnen und Spenden für kinderbezogene Projekte in aller Welt zu sammeln.
Bevor sie weiterziehen, schreiben sie meist mit Kreide „C+M+B“ und die entsprechende Jahreszahl auf Haus- oder Wohnungstür bzw. den Türstock. Es steht für „Christus mansionem benedicat“ („Christus segne (dieses) Haus!“).
An diesem Tag finden die Abschlussgottesdienste der Sternsingeraktion statt.
Tagesevangelium: Mt 2, 1–12
Liturgische Farbe: Weiß

13. Jänner (Sonntag nach Epiphanias): Taufe des Herrn
Mit dem Fest der Taufe des Herrn endet die Weihnachtszeit in der römisch-katholischen Kirche. Dieses Fest wird stets am Sonntag nach Erscheinung des Herrn (Dreikönig) begangen. Im Vatikan ist es Brauch, dass der Papst die Messe zum Fest in der Sixtinischen Kapelle feiert und dabei Kindern die Taufe spendet. In der ordentlichen Form des römischen Ritus gilt dieser Sonntag als der erste Sonntag im Jahreskreis und die auf ihn folgende Woche ist die erste Woche im Jahreskreis.
Tagesevangelium: Mt 3, 13–17
Liturgische Farbe: Weiß

 

 

 

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