Weihnachten

 

Fest der Geburt Jesu Christi

 

 

 

SALZBURG (eds -13. 12. 2018) / Mit dem ersten Adventsonntag hat das neue Kirchenjahr begonnen. Die Adventzeit geleitet zum ersten Hochfest der katholischen Kirche im Jahreskreis, Weihnachten, hin. Zu diesem Fest feiern rund 1,25 Milliarden Katholiken sowie Anglikaner, Protestanten und Orthodoxe die Geburt Jesu Christi. Die Weihnachtszeit in der katholischen Kirche beginnt mit der ersten Vesper am Heiligen Abend (24. Dezember), dem Vorabend des Christtags (25. Dezember), und endet mit dem Fest der Taufe des Herrn (am Sonntag nach dem 6. Jänner). Das Weihnachtsfest hat als kirchliches Hochfest eine Oktav: Die Kirche feiert – liturgisch gesehen – acht Tage lang Weihnachten bis zum Neujahrstag. Am achten Tag (oder Oktavtag, dem 1. Jänner) wird das Hochfest der Gottesmutter Maria und die Beschneidung des Herrn gefeiert. Beendet wird die Weihnachtszeit mit dem Tag der Taufe des Herrn.

Übersicht

Die Weihnachtszeit in der katholischen Kirche umfasst somit folgende Festtage: 

24. Dezember, Heiliger Abend: Beginn der Weihnachtszeit mit der Vesper am Nachmittag

25. Dezember, Christtag: Christmette zu Mitternacht; Morgenmesse; Hochamt

26. Dezember, hl. Stephanus: Tagesheiliger

27. Dezember, Evangelist Johannes: Tagesheiliger

28. Dezember, Unschuldige Kinder

30. Dezember oder Sonntag in der Weihnachtsoktav: Fest der Heiligen Familie

1. Jänner, Hochfest der Gottesmutter Maria (Beschneidung des Herrn)

6. Jänner, Erscheinung des Herrn (Epiphanias/Epiphanie): Heilige Drei Könige

Sonntag nach Epiphanias: Taufe des Herrn (2019: 13. Jänner)

 

Geschichte des Weihnachtsfests

Die Feier von Weihnachten am 25. Dezember als Geburtsfest Jesu geht auf das Jahr 336 zurück. Ursprünglich wurde nur das Fest der Erscheinung (Epiphanias) des Herrn am 6. Jänner gefeiert. Ab dem 2. Jahrhundert kam die Feier der Geburt Jesu dazu.

 

24. Dezember: Heiliger Abend

Liturgisch beginnt die Weihnachtszeit mit der ersten Vesper von Christi Geburt am 24. Dezember. In der Messe am Heiligen Abend steht noch die Erwartung der Ankunft Christi im Vordergrund (1. Lesung: Jes 62,1–5; 2. Lesung: Apg 13,16–26; Evangelium: Mt 1,1–25).

Liturgische Farbe: Weiß 

Brauchtum

Zum Weihnachtsfest werden in Kirchen und Privathäusern die Weihnachtskrippen aufgestellt. Es sind dies figürliche Darstellungen des Weihnachtsgeschehens. Als Begründer dieser Tradition gilt der hl. Franz von Assisi, der anstelle einer Predigt das Weihnachtsgeschehen erstmals mit Menschen und Tieren nachstellte.

Durch die zeitweilige Verbannung der Weihnachtskrippen aus den Kirchen u. a. unter Kaiser Joseph II. hielten die Krippen Einzug in Privathäuser. Diese Tradition blieb nach Aufhebung der Verbote bis heute bestehen. Die Krippen werden mit Ende der Weihnachtszeit wieder abgebaut. 

Eine weitere Tradition zur Weihnachtszeit ist das Ausräuchern von Haus, Stall und Hof mit Weihrauch und Kräutern in den Raunächten. Diese reichen je nach Region von der Thomasnacht (21. Dezember) oder vom Heiligen Abend (24. Dezember) bis Epiphanias (6. Jänner). 

 

25. Dezember: Christtag

An diesem Tag wird die Geburt Christi gefeiert. In der nächtlichen Christmette kommt die Freude zum Ausdruck (1. Lesung: Jes 9,1–6; 2. Lesung: Tit 2,11–14; Evangelium: Lk 2,1–14), während in der Morgenmesse (Hirtenmesse) die Hoffnung auf Erlösung durch die Menschwerdung Gottes im Zentrum steht (1. Lesung: Jes 62,11–12; 2. Lesung: Tit 3,4–7; Evangelium: Lk 2,15–20). Das Hochamt schließlich ist dem Heilsplan Gottes gewidmet (1. Lesung: Jes 52, 7–10; 2. Lesung: Hebr. 1, 1–6; Evangelium: Joh 1, 1–18). Am 25. Dezember spendet der Papst nach dem Angelus-Gebet am Mittag den traditionellen Segen Urbi et Orbi („Der Stadt [Rom] und dem Erdkreis“).

Liturgische Farbe: Weiß 

 

26. Dezember: hl. Stephanus, Stefanitag

Der hl. Stephanus ist einer der Comites Christi (lat. „Begleiter Christi“) und erster Märtyrer des Christentums. Er ist der Erste, von dem überliefert wird, dass er wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus getötet wurde. Das Fest des ersten christlichen Märtyrers Stephanus (Lesung: Apg 6,8–10) am 26. Dezember ist im Osten schon im 4. Jahrhundert bezeugt und fand zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert weite Verbreitung.

Liturgische Farbe: Rot 

Brauchtum

Beginn des Aperschnalzens im Salzburger Flachgau und im anschließenden Rupertiwinkel. Die Wurzeln dieses Lärmbrauchtums liegen im Dunkeln. Der ursprüngliche Zweck war aber wohl die Vertreibung des Winters und das Wecken des Frühlings. 

Kirchenpatrozinium in der Erzdiözese Salzburg

Adnet, Kirchdorf in Tirol, Oberalm und Schleedorf

 

27. Dezember: Evangelist Johannes

Der Evangelist Johannes wird in der kirchlichen Tradition auch als Johannes Evangelista bezeichnet. Er ist der Hauptautor des Johannesevangeliums. In der Tradition wird er mit dem Apostel Johannes als dem Lieblingsjünger Jesu gleichgesetzt. Man sieht in ihm auch den Verfasser der Johannesbriefe und der Offenbarung, was aber zunehmend kritisch hinterfragt wird.

Tagesevangelium: Joh 20, 2–8

Liturgische Farbe: Weiß

 

28. Dezember: Unschuldige Kinder

Der „Tag der unschuldigen Kinder“ wurde im Jahr 505 erstmals in einem nordafrikanischen Kalender erwähnt. An diesem Tag wird der in Bethlehem ermordeten Kinder gedacht. Dies geschah auf Geheiß des Königs Herodes, der glaubte, dass der geweissagte König darunter sein müsse. Im Mittelalter wurde der Tag in Schulen und Klöstern zum Kinderfest. Kinder wählten für diesen einen Tag einen Kinderbischof.

Tagesevangelium: Mt 2, 13–18

Liturgische Farbe: Rot 

Brauchtum

Im Lungau ist der Brauch des Frisch-und-gsund-Schlagens verbreitet. Die Kinder streichen die Erwachsenen mit frischen Fichtenzweigen oder Birkenruten uns sagen ihren Spruch: „Frisch und gsund, frisch und gsund, bleib aufs Jahr auch noch gsund, und ein langes Leben soll dir Gott im Himmel geben.“ Die Erwachsenen belohnen die Kinder für die guten Wünsche mit kleinen Gaben.

 

30. Dezember: Fest der Heiligen Familie

In der katholischen Tradition begann die Verehrung der Heiligen Familie in der Neuzeit. 1921 wurde das Fest auf den ersten Sonntag nach Erscheinung des Herrn gelegt und seit der Liturgiereform 1969 am Sonntag in der Weihnachtsoktav begangen. Liegt zwischen Weihnachten und Neujahr kein Sonntag, feiert man das Fest der Heiligen Familie am 30. Dezember. Fällt der Sonntag nach dem Christtag auf den 26. Dezember, verdrängt es das Fest des hl. Stefan. Ist hingegen der 28. Dezember ein Sonntag, wird es anstelle des Festes der Unschuldigen Kinder begangen.

Das Tagesevangelium des heurigen Lesejahrs bezieht sich auf die Wallfahrt der Familie nach Jerusalem mit dem Aufenthalt Jesu im Tempel (Lk 2, 41–52).

Liturgische Farbe: Weiß 

Kirchenpatrozinium in der Erzdiözese Salzburg

Kufstein-Endach

 

1. Jänner: Hochfest der Gottesmutter Maria

An diesem Tag wird Maria als Mutter Jesu gefeiert. Die Weihnachtsfreude geht über in ein Marienlob. Das Gebet „Unter deinen Schutz und Schirm“, das aus der Mitte des 3. Jahrhunderts stammt und somit das älteste Mariengebet ist, wird am 1. Jänner zur Feier gebetet. Es stellt das Jahr unter den Schutz der Mutter des Herrn. Der 1. Jänner ist auch universaler Weltfriedenstag.

Tagesevangelium: Lk 2, 16–21

Liturgische Farbe: Weiß

 

6. Jänner: Erscheinung des Herrn (Epiphanias/Epiphanie), Heilige Drei Könige

Am 6. Jänner feiert die katholische Kirche die Erscheinung des Herrn. Als Epiphanie wird die Erscheinung der menschlichen Gegenwart Gottes in der Person Jesu Christi bezeichnet. Zugleich wird das Namensfest der Heiligen Drei Könige begangen. Das Matthäus-Evangelium berichtet – je nach Übersetzung – von Sterndeutern, Magiern oder Weisen aus dem Osten, die einer Sternkonstellation folgend über Jerusalem nach Bethlehem kamen, um den neu geborenen König der Juden zu suchen.

Seit dem 6. Jahrhundert werden sie mit Caspar, Melchior und Balthasar bezeichnet. In der Kunst wird zumeist Caspar als Myrre schenkender Afrikaner, Melchior als Goldschätze überreichender Europäer und Balthasar als asiatischer König gezeigt, der Weihrauch zur Krippe bringt. Bei den Geschenken steht Gold für das angemessene Geschenk für einen König, Myrrhe verweist als Heilpflanze auf den „Heiland“ und durch ihre Verwendung zur Einbalsamierung gleichzeitig auf den zukünftigen Tod. Der Weihrauch steht für Reinigung, Verehrung und Gebet und ist für den zukünftigen Hohepriester gedacht.

Nach einer Legende wurden die Gebeine der Heiligen Drei Könige zunächst in Konstantinopel aufbewahrt. Später sollen die sterblichen Überreste nach Mailand gelangt sein. Die Gebeine wurden 1164 als Kriegsbeute nach Köln überführt.

Die Heiligen Drei Könige werden als Schutzpatrone der Reisenden, Pilger, Kaufleute, Gastwirte und Kürschner verehrt. 

Brauchtum

Die Tradition des Sternsingens geht auf mittelalterliche Heischebräuche –dem Bitten um Gaben – zurück. Es diente dazu, sich in der kalten Jahreszeit ein Zubrot zu verdienen. Im 20. Jahrhundert wurde dieser Brauch wiederbelebt. 

Dreikönigsaktion

Heute ziehen im Rahmen der Dreikönigsaktion der katholischen Jungschar (https://www.dka.at/) einige Tausend Kinder und Jugendliche Jahr für Jahr in den Tagen vor dem 6. Jänner von Haus zu Haus, um für alle zu singen, die ihnen die Tür öffnen und Spenden für kinderbezogene Projekte in aller Welt zu sammeln.

Bevor sie weiterziehen, schreiben sie meist mit Kreide „C+M+B“ und die entsprechende Jahreszahl auf Haus- oder Wohnungstür bzw. den Türstock. Es steht für „Christus mansionem benedicat“ („Christus segne (dieses) Haus!“).

An diesem Tag finden die Abschlussgottesdienste der Sternsingeraktion statt.

Tagesevangelium: Mt 2, 1–12

Liturgische Farbe: Weiß

 

13. Jänner (Sonntag nach Epiphanias). Taufe des Herrn

Mit dem Fest der Taufe des Herrn endet die Weihnachtszeit in der römisch-katholischen Kirche. Dieses Fest wird stets am Sonntag nach Erscheinung des Herrn (Dreikönig) begangen. Im Vatikan ist es Brauch, dass der Papst die Messe zum Fest in der Sixtinischen Kapelle feiert und dabei Kindern die Taufe spendet. In der ordentlichen Form des römischen Ritus gilt dieser Sonntag als der erste Sonntag im Jahreskreis und die auf ihn folgende Woche ist die erste Woche im Jahreskreis.

Tagesevangelium: Lk 3, 15–16, 21–22

Liturgische Farbe: Weiß

 

 

 

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