Weltjugendtag in Panama

 

200 Österreicher beim internationalen Glaubensfest

 

PANAMA-CITY (eds/kap-24.1.2019) Papst Franziskus ist in Panama eingetroffen, wo er in den kommenden Tagen am internationalen katholischen Weltjugendtag teilnehmen wird. Am späten Mittwochnachmittag (Ortszeit; 22.16 Uhr MEZ) landete der Airbus der Alitalia nach fast 13 Stunden Flug auf dem Flughafen von Panama-Stadt. Dort wurden Franziskus und seine Delegation vom Staatspräsidenten des mittelamerikanischen Landes, Juan Carlos Varela, dem Päpstlichen Nuntius Miroslaw Adamczyk und rund 2.000 Gläubigen begrüßt. Zwei Kinder in Landestracht überreichten dem Papst Blumen.

Nach der kurzen Begrüßung auf dem Flughafen begab sich der Papst zur knapp 30 Kilometer entfernten Apostolischen Nuntiatur, wo er während seines Aufenthaltes wohnen wird. In der Residenz des Päpstlichen Botschafters war lediglich ein privates Abendessen vorgesehen.

Die offizielle staatliche Begrüßungszeremonie findet am Donnerstagvormittag (15.45 mitteleuropäischer Zeit) im Präsidentenpalast Las Garzas in der historischen Altstadt von Panama City statt. Danach wird Franziskus eine Rede vor Politikern und Diplomaten halten und anschließend in der Kirche San Francisco de Asis mit den Bischöfen Zentralamerikas zusammentreffen. Es wird erwartet, dass er dabei auch auf Zukunftschancen der Jugend in der von Unsicherheit und sozialer Ungleichheit geprägten Region eingeht.

Auf dem weiteren Programm von Franziskus steht am Donnerstagabend (gegen 23.30 Uhr MEZ) die Willkommensfeier mit den mehr als 100.000 Weltjugendtagsteilnehmern an der Küstenpromenade von Panama-Stadt. Unter ihnen werden auch rund 200 junge Pilger aus Österreich in Begleitung des Grazer Bischofs Wilhelm Krautwaschl sein.  In den kommenden Tagen sind u.a. ein Kreuzweg mit den Jugendlichen aus aller Welt, aber auch Besuche des Papstes in einer Jugendstrafanstalt und einem Aids-Zentrum vorgesehen. Den Höhepunkt und Abschluss bilden eine Vigilfeier unter freiem Himmel am Samstagabend und eine Messe am Sonntag

Große Auftaktmesse

Mit einer großen Eröffnungsmesse unter freiem Himmel hat am Dienstagabend (Ortszeit) in Panama-Stadt der katholische Weltjugendtag begonnen. Erzbischof Jose Domingo Ulloa Mendieta dankte den Jugendlichen aus aller Welt für ihr Kommen. "Ihr seid eine neue Kirche, eine Kirche der Hoffnung", rief er den nach Schätzungen rund 75.000 teilnehmenden jungen Gläubigen auf der Uferpromenade von Panama-Stadt zu. Panama empfange sie mit offenen Armen und Herzen, "damit jeder von euch eine Begegnung mit Jesus erlebt".

Der Erzbischof erinnerte an die Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen in Lateinamerika. Viele wählten die Migration, um ihre Hoffnungen in anderen Ländern zu verwirklichen. Dabei würden sie von Drogen- und Menschenhandel bedroht. Besonders hob Ulloa auch die Situation der Indigenen hervor, jener, die durch schwierige Umstände zur Migration gezwungen seien sowie der Opfer von Gewalt, Armut oder Kriminalität. Die Jugendlichen rief er auf, sich nicht indoktrinieren zu lassen und keinem "falschen Glück" zu folgen, das nur in Verzweiflung enden könne. Die Begegnung mit Jesus vermittle dagegen wahres Glück.

Start mit Österreicher-Treffen

Einen Tag vor der Ankunft von Papst Franziskus hat am Dienstagabend in einer Salesianerschule in Panama-Stadt das traditionelle "Österreicher-Treffen" beim katholischen Weltjugendtag stattgefunden. Ein Großteil der rund 200 jugendlichen Pilger aus Österreich starteten dabei in der Kapelle des "Instituto Tecnico Don Bosco" mit dem Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl und Bundesjugendseelsorger P. Darius Lebok in das internationale Glaubensfest, an dem bis kommenden Sonntag mehr als 100.000 junge Leute aus 156 Ländern teilnehmen. Auch die österreichische Botschafterin Marianne Feldmann und Honorargeneralkonsulin Reinhilde Hauser-Monsberger begrüßten die Weltjugendtagsteilnehmer in Panama.

Mit jeweils mehr als 50 jungen Pilgern sind zwei Gruppen der Katholischen Jugend Steiermark und aus Katholischen Privatschulen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland die größten österreichischen Gruppen beim Weltjugendtag. Auch die Junge Kirche Vorarlberg, die Militärdiözese oder etwa das Tiroler Dekanat Wilten haben eine Reise organisiert. Etliche weitere Österreicher haben sich außerdem Panamafahrten wie jener des katholischen "YOU!"-Magazins oder der Lorettogemeinschaft angeschlossen. Unter den WJT-Pilgern aus aller Welt sind sie u.a. durch spezielle T-Shirts sowie rot-weiß-rote Armbänder und eigens designtem Fächer in den österreichischen Landesfarben erkennbar.

Die Stimmung unter den Österreichern in Panama sei sehr gut, berichtete Bundesjugendseelsorger Lebok im Interview mit dem Sender "Radio Maria" am Rande des Treffens. Organisatorisch sei es in dem mittelamerikanischen Land auch "superchaotisch", so der Franziskanerpater: "Aber das macht nichts, weil die Panamaer so zuvorkommend, hilfsbereit und gastfreundlich sind."

Neben Gottesdiensten mit dem Papst werden den jungen Christen beim Weltjugendtag Konzerte, Diskussionsrunden und Workshops geboten. Wesentlicher Teil des Programm sind in den kommenden Tagen auch Katechesen mit Bischöfen aus aller Welt, die die meisten österreichischen Gruppen in der Pfarre San Francisco de la Caleta besuchen werden.

Was ist der Weltjugendtag?

Der Weltjugendtag (WJT) geht auf eine Initiative des heiligen Johannes Paul II. (1978-2005) zurück. Der jeweilige Papst lädt junge Christen aus aller Welt zur Begegnung ein. Ziel ist es, jungen Menschen die Gelegenheit zu geben, das "junge und aktuelle Geheimnis der Kirche im gemeinschaftlichen Erlebnis von Pilgerfahrt, Gebet, Meditation und Gottesdienst zu entdecken". Im Wechsel werden die Weltjugendtage in kleinerem Rahmen in den Diözesen vor Ort organisiert und alle zwei bis drei Jahre als weltweites Großtreffen. Das bisher letzte internationale Treffen mit Papst Franziskus fand im Juli 2016 im polnischen Krakau statt.

Österreichische Weltjugendtagswebsite: www.weltjugendtag.at
Offizielles WJT-Online-Portal: www.panama2019.pa

Foto: Pilgerinnen und Pilger aus Österreich am Weltjugendtag in Panama. Foto: Sylvia Buhl

 

 

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