Weltkirche konkret leben

 

Die Erzdiözese Salzburg feiert den Tag der Partnerdiözesen – heuer mit einem Ehrengast aus der Demokratischen Republik Kongo

 

SALZBURG (eds-6. 1. 2020) / Das „Aneinander denken und Füreinander beten“ zeichnete den Tag der Partnerdiözesen aus. Bei seiner Predigt im Dom und der anschließenden Begegnung im Bischofshaus stellte Erzbischof Franz Lackner die Zusammenarbeit ins Zentrum: „Wir sind nicht alleine. Die großen Fragen können nicht von einem Ort oder einem Kontinent aus gelöst werden. Wir müssen zusammenarbeiten.“ Dabei unterstrich der Erzbischof, „können wir gerade von unseren Partnerdiözesen sehr viel lernen“. 

Im Dom feierte auch eine Sternsinger-Abordnung aus Hüttschlag den Festgottesdienst mit. Der Erzbischof dankte in seiner Predigt allen Kindern und Jugendlichen, die in den vergangenen Tagen als Sternsinger unterwegs waren, ihren Begleiterinnen und Begleitern sowie der Katholischen Jungschar, der Trägerorganisation der Dreikönigsaktion.

Neuer Partnerbischof aus dem Kongo zu Gast


Beim Festgottesdienst im Dom begrüßte Erzbischof Franz Lackner heuer noch einen Ehrengast: Bischof Toussaint Iluku Bolumbu aus der Demokratischen Republik Kongo. Der Herz-Jesu-Missionar ist seit Juli 2019 Bischof der kongolesischen Partnerdiözese.

Bischof Iluku Bolumbu bedankte sich für die Freundschaft zwischen den Diözesen. „Bokungu-Ikela ist noch eine recht junge Kirche, wir brauchen Hilfe von älteren Kirchen, die mehr Erfahrung haben.“ Er ging auch auf die schwierige Situation in seiner Heimat ein. „Der Kongo ist riesengroß mit vielen Möglichkeiten, aber wir sind ein sehr armes Land.“ Die Katholische Kirche sei eine wichtige Kraft. Der Staat habe sich zum Beispiel völlig aus dem sozialen Bereich zurückgezogen. „Alleine die katholische und evangelische Kirche kümmern sich noch um soziale Belange.“ Die Sicherheitslage sei bis auf den Osten stabil. „Diese Region ist reich an Bodenschätzen, sie sind die Ursache für die anhaltenden Konflikte.“

Die Diözese Bokungu-Ikela ist flächenmäßig halb so groß wie Österreich, 30 Prozent der Menschen sind katholisch und nur 26 Priester stehen für die insgesamt zwölf Pfarren zur Verfügung. Der  Bischof  machte neben pastoralen Herausforderungen Bildung als Schwerpunkt aus: „Die Schulen sind voll, nur die Ausstattung sehr schlecht. Teilweise müssen die Kinder beim Lernen auf dem Boden sitzen. Das ist beeindruckend und herzzerreißend zugleich.“

Bischof Toussaint Iluku Bolumbu MSC ist am Mittwoch zu Gast im  Bondeko, dem Ort der Begegnung für Eine Welt im Missionshaus Liefering. Der neue „Partnerbischof“ spricht über die Hoffnungen und Perspektiven der Menschen in Bokungu-Ikela.

Bondeko-Gesprächsabend mit Bischof Toussaint Iluku Bolumbu, Mittwoch, 8. Jänner, 19 Uhr, Schönleitenstraße 1, Salzburg. Infos: www.bondeko.org


Tag der Partnerdiözesen feiert offene Fenster in die Weltkirche

Am 6. Jänner feiert die Katholische Kirche das Hochfest der Epiphanie, der Erscheinung des Herrn. In der Bevölkerung ist der 6. Jänner auch als Festtag der Hl. Drei Könige bekannt. In der Erzdiözese Salzburg hat der  6. Jänner noch eine Bedeutung: Der Tag steht im Zeichen der Partnerdiözesen.

Seit mehr als 50 Jahren pflegt die Erzdiözese Salzburg Partnerschaften mit drei Diözesen auf drei Kontinenten: Daegu (Südkorea), San Ignacio de Velasco (Bolivien) und Bokungu-Ikela (Demokratische Republik Kongo). Die Initialzündung dazu erfolgte bei der Diözesansynode 1968, bei der auf ortskirchlicher Ebene die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils umgesetzt werden sollten. Ziel war es den frischen Wind für die Ortskirche von Salzburg konkret und fruchtbar zu machen. In Salzburg fand damals die erste Diözesansynode im deutschsprachigen Raum nach dem Konzil statt. Seither gab es vielfältige Anknüpfungspunkte – in den vergangenen Jahren vor allem Jugendbegegnungen zwischen Salzburg und Daegu oder Brückenschläge in den Bereichen Musik und Schule mit San Ignacio. Seit einigen Jahren studieren zudem Priester aus Südkorea und der Demokratischen Republik Kongo in Salzburg.

Frau an der Spitze der Diözesankommission

Die Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit (DKWE) berät den Erzbischof von Salzburg in weltkirchlichen Belangen. Die DKWE ist auch ein Forum der Planung, Koordinierung, Vernetzung und Förderung von Initiativen und weltkirchlichem bzw. entwicklungspolitischem Engagement in der Erzdiözese Salzburg. Die Partnerdiözesen genießen eine privilegierte Aufmerksamkeit und werden als weltkirchliche Modellbeziehungen wahrgenommen.

Seit einigen Monaten ist Lucia Greiner, Leiterin des Seelsorgeamts in der Erzdiözese, Vorsitzende der Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit. Sie hat das Amt von Prälat Martin Walchhofer übernommen, dem der Erzbischof für seine Verdienste um die Weltkirche herzlich dankte.

Weltkirchliche Erfahrungen hat die neue Vorsitzende reichlich: Sie studierte in Bolivien, war Mitarbeiterin im Afro-Asiatischen Institut und bei der Katholischen Frauenbewegung für Aktion Familienfasttag zuständig und damit für entwicklungspolitische Projekte. „Weltkirche lebt aus Beziehungen und beschränkt sich nicht auf vorgeschriebene Anlässe oder Aktionen engagierter Menschen, sondern gehört zur diözesanen DNA“, betont Greiner.

Foto: Vertreter der Partnerdiözesen v. l: Weltkirche-Referent Markus Roßkopf und DKWE-Vorsitzende Lucia Greiner (Erzdiözese Salzburg), Gregor Lim Hyung Jun (Vertreter aus Daegu, Südkorea), Benjamin Mpongo Emeke (Vertreter aus Bokungu-Ikela, DR Kongo), Br. Andreas Holl (Vertreter der San Ignacio de Velasco, Bolivien), Weihbischof Hansjörg Hofer (Erzdiözese Salzburg), Generalvikar Roland Rasser (Erzdiözese Salzburg),  Bischof Toussaint Iluku Bolumbu (Diözese Bokungu-Ikela, DR Kongo), Erzbischof Franz Lackner,  Johannes Shin (Vertreter aus Daegu, Südkorea) sowie Prälat Martin Walchhofer (Erzdiözese Salzburg).

Fotos: Erzdiözese Salzburg (eds), Abdruck honorarfrei.

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