Weltweiter Kampf um das Menschenrecht auf Wohnen

 

Das AAI zeigt Film zum brisanten Thema – PUSH am 30. Jänner im Salzburger „Das Kino“

 

SALZBURG (eds/AAI 28. 1. 2020) Von Athen bis Zürich entwickelt sich Wohnen zum Luxusgut – überall schießen in Städten die Wohnungspreise in die Höhe. Die Stadt Salzburg ist keine Ausnahme. Auf den weltweiten Kampf um das Menschenrecht auf Wohnen geht der Film PUSH ein, den das Afro Asiatische Institut (AAI) im „Das Kino“ präsentiert.  

Baugründe sind in der Stadt Salzburg nicht mehr unter 1.000 Euro pro Quadratmeter zu haben. Bei neuen Eigentumswohnungen kostet der Quadratmeter durchschnittlich bereits 6.441 Euro – für eine halbe Million Euro bekommt man also gerade einmal 77, 6 Quadratmeter Wohnfläche. (Quelle: https://www.sn.at/wiki/Wohnkosten_in_der_Stadt_Salzburg). Die Einkommen der Bewohner können nicht mithalten. Dabei trifft es längst nicht mehr nur die Armen – auch die Mittelschicht verdient nicht gut genug, um den benötigten Wohnraum zu finanzieren. 

Die Dokumentation PUSH von Regisseur Fredrik Gertten zeigt, wie horrende Mietpreise unsere Städte zu unbewohnbaren Orten machen, wie Langzeitmieter für den Bau teurer Immobilienprojekte ihre Wohnungen verlieren. Der Film folgt Leilani Farha, UN-Sonderberichterstatterin für das Menschenrecht auf Wohnen, um den Globus. Sie bereiste Barcelona, Mailand, Valparaíso (Chile), Sao Paolo, Stockholm, London und New York, um herauszufinden, wer aus den Städten gedrängt wird und warum. 

Das drastischste Zahlenbeispiel kommt gleich zu Beginn des Streifens: In Toronto haben die Immobilienpreise in den vergangenen 30 Jahren um 425 Prozent angezogen haben, das durchschnittliche Einkommen ist in diesem Zeitraum gerade mal um 133 Prozent gestiegen.

Wohnen als Menschenrecht

Farha macht klar, dass es sich bei Wohnen um ein Menschenrecht handelt, das in der Allgemeinen Menschenrechtsdeklaration der Vereinten Nationen (Artikel 25) sowie in zahlreihen internationalen Abkommen verankert ist. Auch wer für die Wahrung dieses Menschenrechts verantwortlich ist, bleibt in dem Film kein Geheimnis: Es sind die nationalen Regierungen.

Der Film zeigt auf, dass die Politik aber den Investmentgesellschaften scheinbar machtlos gegenüber steht. So bemüht sich Farha in PUSH um einen Termin mit Entscheidungsträgern von Blackstone, der größten Immobilieninvestmentfirma der Welt – letztendlich erfolglos. 

Für den vielfach ausgezeichneten Regisseur des Films, Fredrik Gertten, trägt die Schuld an der Misere das Geflecht aus Immobilien, Baufirmen und Politikern, das „so korrumpiert wie kein anderes auf der Welt“ sei. Gänzlich hoffnungslos ist der Kampf gegen dieses System nicht. Im letzten Viertel des Films gelingt es Leilani Farha engagierte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von Städten rund um den Erdball zur Zusammenarbeit gegen die steigenden Immobilienpreise zu vereinen.

Diskussionstische mit Expertinnen und Experten

Im Anschluss an den Film  kann an Diskussionstischen mit Expertinnen und Experten über den Film gesprochen werden. Für Gespräche stehen u. a. zur Verfügung:

  • Christian Smigiel, Sozialgeografie, Universität Salzburg
  • Torsten Bichler, Caritas Salzburg, Leiter der Wohnungslosenhilfe
  • Barbara Wimmer-Stöllinger, Diakonie Salzburg, Leiterin der Stadtteil- und Quartiersarbeit
  • Martina Berthold, Stadträtin für Umwelt und Bau
  • Kay-Michael Dankl, Mitglied des Gemeinderates der Stadt Salzburg
  • Anna Schiester, Mitglied des Gemeinderates der Stadt Salzburg

Foto: London zählt in bezug auf die Wohnkosten zu den teuersten Städten der Welt.

Foto: Sasha Snow

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