Wem gehört die Stadt?

 

Das Afro-Asiatische Institut bringt migrantische Gruppen und Vereine aus Salzburg ins Gespräch

 

SALZBURG (eds-2. 5. 2019) / Rund 20 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Salzburg haben Migrationshintergrund. Sie kommen aus 150 Nationalitäten. Vielen von ihnen haben sich in Gruppen oder Vereinen organisiert; in der Öffentlichkeit werden diese aber kaum wahrgenommen. Der öffentliche Raum als Ort der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe spielt aber eine wichtige Rolle bei der Integration. Das Afro-Asiatische Institut (AAI)  brachte nun bei einer Community Conferene ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen mit Mitgliedern migrantischer Gruppen und Vereine zusammen, um einander zuzuhören und etwas über die unterschiedlichen Anliegen zu erfahren.


Elisabeth Feldbacher vom AAI konnte dazu Angehörige verschiedener Volksgruppen aus Asien, Afrika und Lateinamerika begrüßen, die in Salzburg ihre neue Heimat gefunden haben; sowie Vertreterinnen und Vertreter von Einrichtungen, die sich um die Unterstützung und Hilfe bei der Integration von Migrantinnen und Migranten besonders bemühen. Deren Anliegen und Sorgen sind seit Jahren dieselben:
– Bildung – insbesondere Sprachkurse werden immer weniger und vor allem auch teurer. In der Schule sind Kinder mit Migrationshintergrund immer wieder mit Ausgrenzung oder Mobbing konfrontiert;
– Gesundheit – Sprachbarrieren machen einen Arztbesuch oft zu einer Herausforderung für Menschen, die nicht Deutsch als Muttersprache haben;
– Arbeit – Der Zugang für Menschen aus dem Ausland, insbesondere von außerhalb der EU, ist mit zahlreichen Hürden versehen, selbst wenn die fachlichen Qualifikationen vorhanden sind;
– Begegnung – In Salzburg fehlen Räumlichkeiten, in denen sich die einzelnen Gruppen oder Vereine ungezwungen begegnen können; nicht zuletzt auch, um ihre eigene Kultur leben zu können;
– Rassismuserfahrungen – Immer wieder müssen Migrantinnen und Migranten rassistische Erfahrungen über sich ergehen lassen.

Für so manches Anliegen gibt es bereits Lösungsangebote, diese sind aber in manchen migrantischen Kreisen nicht ausreichende bekannt. So stellte die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Einrichtungen die Angebote ihrer Institution vor, nicht zuletzt mit dem Ziel, dass diese in den migrantischen Gruppen weiter bekannt gemacht werden.
Beispiele: Die Arbeiterkammer hat ein vielfältiges Angebot zur Hilfe beim Einstieg in den Arbeitsmarkt;
die Frauenservicestelle „Frau und Arbeit“ unterstützt mit  Integrations- und Gesundheitslotsinnen migrantische Frauen bei ihren beruflichen Belangen. Mit dem Projekt Melete II will sie ihnen den Zugang zu Bildung erleichtern.
Dies ist auch ein Anliegen der Wissensstadt Salzburg.
Das Integrationsbüro der Stadt Salzburg bemüht sich um Verständigung und den Dialog zwischen gebürtigen ÖsterreicherInnen und Zuwanderern; ein Schwerpunkt dabei ist auch die Sprachförderung.
2019-04-17TALK TOGETHER – Zeitung von und für MigrantInnen und Nicht-MigrantInnen – möchte dazu beitragen, die Isolation zu durchbrechen
und Verbindungen zwischen den Menschen zu schaffen. 
miteinander Brücken bauen – darum geht es auch beim kulturen.stammtisch  des Referats für Volkskultur des Landes Salzburg. Der findet immer am ersten eines jeweiligen Monats im Müllner Bräu in der Stadt Salzburg, statt. Zum Zuhören, Zuschauen, Begegnen und Mitmachen in geselliger Runde sind alle recht herzlich eingeladen!

Foto1: Teilnehner der Communitiy Conference – aufstestellt nach der Entfernung ihres Herkunftslandes von Salzburg; rechts Elisabeth Feldbacher vom AAI.

Foto2: Erwin Eder (r.), Referent für interkulturelle Begegnungen in der Salzburger Volkskultur, wirbt für den monatlichen kulturen.stammtisch mit „niederschwelliger“ Begegnungsmöglichkeit.
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Fotos: Erzdiözese Salzburg

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