Zeichen der Verbundenheit

 

Gemeinsamer Hirtenbrief von Erzbischof Franz Lackner und den Bischöfen aus den Partnerdiözesen Bokungu-Ikela (Dem. Rep. Kongo), Daegu (Südkorea) und San Ignacio de Velasco (Bolivien)

 

SALZBURG (eds-3. 5. 2019) / „Als Christen und Christinnen sind wir eine weltweite Hör- und Horchgemeinschaft. Wir tun dies mit großer Freude und in freundschaftlicher Verbindung mit unseren Brüdern und Schwestern in den Partnerdiözesen“, heißt es im Hirtenbrief, der am Sonntag, 12. Mai, in den vier Partnerdiözesen verlesen werden soll. Unterschrieben ist das gemeinsame Hirtenwort von: Franz Lackner OFM, Erzbischof von Salzburg, Thaddeus Cho Hwan-kil, Erzbischof von Daegu, Robert Flock, Bischof von San Ignacio de Velasco und Emery Kibal Nkufi Mansong’loo C.P., Apostolischer Administrator von Bokungu-Ikela. 

Vier Bischöfe – vier Sprachen – vier Kontinente 

Den Impuls für das Bischofsschreiben gab der 50. Geburtstag der Diözesanpartnerschaften im vergangenen September. Die „Jubiläums-Feiertage“ in Salzburg seien eine sehr intensive Zeit der Begegnung, des Gebets und der Dankbarkeit sowie eine Möglichkeit des Austausches und des Aufeinanderhörens gewesen, so die Bischöfe, die sich jetzt erstmals gemeinsam zu Wort melden. „Die Bischöfe haben nicht jeder ein eigenes Statement geschrieben, sondern ein gemeinsames Schreiben verfasst. Das war allen sehr wichtig. Der vierte Sonntag der Osterzeit ist dazu bewusst gewählt. Es ist der Gute-Hirte-Sonntag, an dem die Bischofsworte in den Gottesdiensten der Pfarren verlesen werden. Natürlich in der jeweiligen Landessprache, also neben Deutsch, auf Spanisch, Koreanisch und Französisch“, erklärt Markus Roßkopf, Referent für Weltkirche in der Erzdiözese Salzburg und für die Diözesanpartnerschaften zuständig. Der Hirtenbrief gehe auf die Lesungen dieses Sonntags ein, in denen vom Hören die Rede sei. „Das Hören und Zuhören sind auch ganz zentrale Punkte in den Diözesanpartnerschaften“, betont Roßkopf. 

Verschieden, aber durch den Glauben verbunden 

In ihrem gemeinsamen Hirtenbrief verweisen die Bischöfe auf kulturelle, politische, soziale und wirtschaftliche Unterschiede. „Dennoch bilden wir eine Gemeinschaft und gehören zusammen.“ Der Glaube an Jesus Christus und an sein Evangelium sei das Verbindende. „Zusammen sind wir auf dem Weg und gehen in der Nachfolge Jesu, so wie die Schafe der Stimme ihres Hirten folgen. Und so möge aus unserer Weggemeinschaft nach und nach eine Lerngemeinschaft werden.“ Konkret heiße das: Sich gegenseitig informieren, ermutigen und geschwisterlich korrigieren, den Blick weiten und neue Wege beschreiten, füreinander beten und sich gegenseitig unterstützen – materiell, personell, ideell. Die weltkirchliche Partnerschaft bezeichnen die Bischöfe als Netz, das die Erde umspanne. „Ein Netz, das uns Sicherheit und zugleich Freiheit gibt. Unsere Freundschaft ist nicht ausschließlich, sondern beispielhaft. Wir zeigen damit, wie wir Weltkirche konkret leben und gestalten.“ Ziel sei es, im Glauben zu wachsen und zu reifen. „Wir wissen, dass wir dabei nicht allein sind. In dieser Gewissheit fördern wir diese geschwisterliche Verbundenheit über alle Grenzen hinweg.“ 

Den gesamten Hirtenbrief im Wortlaut gibt es hier.

Zuhören – austauschen – voneinander lernen 

„Die Diözesanpartnerschaft steht nach jetzt mehr als 50 Jahren an keinem Endpunkt. Wie auch der Hirtenbrief unterstreicht, wollen wir das Miteinander vertiefen“, beteuert Markus Roßkopf. „Weltkirche ist natürlich sehr groß. Mit den Partnerdiözesen verwirklichen wir Weltkirche im Kleinen.“ Trotz der Unterschiede gebe es Herausforderungen, die alle vier Diözesen betreffen: Jugendarbeit, Schöpfungsverantwortung, Gemeinden ohne Priester und die Rolle der Kirche in der Gesellschaft. Er könne sich alle paar Jahre Treffen zu einem bestimmten Thema vorstellen, bei denen es um folgende Fragen gehe: Wie macht ihr das? Was können wir voneinander lernen? Wo können wir uns gemeinsam positionieren? 

Daneben bleiben die bilateralen Beziehungen mit jeder einzelnen Diözese bestehen. Wie Roßkopf informiert, steht mit Daegu derzeit der Austausch zum Bereich Bildung im Fokus. In Bokungu-Ikela gehe es um die Unterstützung bei der Sanierung von Katechisten-Häusern. Spannend in Zusammenhang mit San Ignacio sei die Bischofssynode zum Amazonas-Gebiet im Oktober im Vatikan. „Unsere Partnerdiözese in Bolivien ist hier direkt betroffen und Bischof Robert Flock ist Teilnehmer des Bischofstreffens.“ Eine Mitarbeiterin des Bischofs, Sr. Aline Silva dos Santos, kommt im Vorfeld der Amazonas-Synode, am Montag, 22. Juli, zu einem Vortrag ins Salzburger Bildungszentrum St. Virgil. 

Seit 1968 drei offene Fenster in die Weltkirche 

Seit 50 Jahren pflegt die Erzdiözese Salzburg Partnerschaften mit drei Diözesen auf drei Kontinenten: Daegu (Südkorea), San Ignacio de Velasco (Bolivien) und Bokungu-Ikela (Demokratische Republik Kongo). Die Initialzündung dazu erfolgte bei der Diözesansynode 1968, bei der auf ortskirchlicher Ebene die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils umgesetzt werden sollten. Ziel war es, den frischen Wind für die Ortskirche von Salzburg konkret und fruchtbar zu machen. In Salzburg fand damals die erste Diözesansynode im deutschsprachigen Raum nach dem Konzil statt. Seither gab es vielfältige Anknüpfungs-punkte – in den vergangenen Jahren vor allem Jugendbegegnungen zwischen Salzburg und Daegu, Brückenschläge in den Bereichen Musik und Bildung mit San Ignacio und Daegu oder Priester aus Südkorea und der Demokratischen Republik Kongo, die in Salzburg studieren. 

Foto1: Die Partnerbischöfe bei der 50-Jahr-Jubiläumsfeier.

Foto2: Freude beim Anschneiden der Geburtstagstorte zum 50-Jahr-Jubiläum der Partnerschaft. Im Bild v.l.: Weihbischof der Erzdiözese Daegu, John Bosco Chang Shin-Ho, Franz Lackner OFM, Erzbischof der Erzdiözese Salzburg, Emery Kibal Nkufi Mansong’loo C.P., Apostolischer Administrator von Bokungu-Ikela und Robert Flock, Bischof von San Ignacio de Velasco.   

Foto3: Weltkirche-Referent Markus Roßkopf mit Hiertenbrief in vierfacher Ausfertigung, in den Sprachen der Partnerdiözesen: Deutsch, Spanisch, Französisch, Koreanisch.

Fotos: Erzdiözese Salzburg

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