Zivilcourage gestern und heute

 

Podiumsgespräch kommenden Dienstag zur Erinnerung an die Bücherverbrennung 1938 

 

SALZBURG (eds-24. 4. 2019) / Am 30. April 1938 wurden 1.200 Werke jüdischer Schriftsteller und Künstler sowie Schriften katholischer Autoren und Politiker des „Ständestaates“ von der Hitlerjugend am Residenzplatz verbrannt. Mit dem Podiumsgespräch „Zivilcourage gestern : heute“  am 30. April, 19 Uhr im Salzburg Museum will die Initiative „Freies Wort“ mit Unterstützung von Kooperationspartnern, darunter die Katholische Aktion Salzburg, daran erinnern und zum Nachdenken anregen. Dazu eingeladen sind die NS-Überlebende Lucia Heilman und Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich, der Eintritt ist frei.

Aufmerksam sein

„Zivilcourage bedeutet Solidarität, Menschenwürde und Menschenrechte zu achten“, verdeutlicht Tomas Friedmann, von der Initiative „Freies Wort“ und Literaturhaus-Leiter. „Wir wollen keinen historischen Rückblick, sondern die Verbindung zur Gegenwart zeigen.“ Zivilcourage sei wichtig – jeden Tag, meint Karl Müller. „Zivilcourage ist kein Heldentum, es geht darum, aufmerksam zu sein und eine kritische Haltung zur Gesellschaft zu zeigen.“ 

KA rückt Vorbilder ins Bewusstsein

Erinnerungskultur sei sehr wichtig, „darum unterstützt die Katholische Aktion die Veranstaltung sehr gerne“, sagt deren Präsidentin Elisabeth Mayer. „Die Auseinandersetzung mit der Geschichte stärkt uns in unserer heutigen Arbeit gegen Ausgrenzung. Wir arbeiten daran, Vorbilder wie die Bäuerin Maria Etzer oder Widerstandskämpfer Priester Johann Gruber ins Bewusstsein zu rücken.“

Zeitzeugin im Gespräch und Abschluss beim Mahnmal am Residenzplatz

Die 89-jährige NS-Überlebende, Wiener Ärztin Lucia Heilman und ihre Mutter wurden kurz vor der Deportation in Wien von einem Freund des Vaters unterstützt. Reinhold Duschka bietet ihnen ab 1939 jahrelang ein Versteck, er kümmert sich um Nahrung, Kleidung und Schulbücher. Im April 1945 werden die zwei Frauen befreit. 

Nach dem Podiumsgespräch, um 20.30 Uhr, sind beim Mahnmal Buchskelett am Residenzplatz Reflexionen zur Erinnerungskultur des Schriftstellers Ludwig Laher zu hören. Das Salzburger Glockenspiel spielt das Stück „S’brent“ des jüdisch-polnischen Dichters und Komponisten Mordechaj Gebirtig.

Foto: Die Initiative „Freies Wort“ mit Kooperationspartnern beim Mahnmal am Residenzplatz.

Foto: Erzdiözese Salzburg

 

 

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