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Referat für Weltanschauungsfragen


Stichwort "Freiheit" (November 2011)
Nicht immer drin, was draufsteht? (September 2011)
Engel - billige Dienstleister oder Boten Gottes? (Juni 2011)
Von Alternativmedizin und Wunderheilern (April 2011)
Wieder Geburt (Februar 2011)
Alternativ christlich (November 2010)
Der alltäglich Zauber (September 2010)
Yoga (Juni 2010)
2012 - Gründe genug für einen Weltuntergang (April 2010)
 


Stichwort „Freiheit“

Augen auf, wenn dir ein schlechtes Gewissen oder Angst gemacht wird!

„Jede freie Minute war für die Gruppe reserviert“, erzählt Sabine*, und: „Vor dem Leiter und der Gruppe durfte man keine Geheimnisse haben.“ Andreas* berichtet: „Die Menschheit treibt angeblich auf eine Katastrophe zu, und nur wir wussten, wie man sie überleben kann.“ – „Ich hatte immer mehr das Gefühl, dass alles nur von mir abhängt.“
Freiheit ist in unserer Gesellschaft anscheinend ein selbstverständliches Gut. Aber solche Beispiele zeigen, wie auch heute in manchen Gruppen oder Kreisen die Freiheit der Mitglieder durch verschiedene psychologische und soziologische Tricks extrem eingeschränkt wird. Ein schlechtes Gewissen oder Angst sorgen für Abhängigkeit: z.B. durch Katastrophenszenarien, die Forderung von vollständigen Beichten vor der Gruppe, weitgehende Bestimmung über die Freizeit,…

„Freiheit“ ist eines der fünf Stichworte aus der Broschüre „Check deinen Durchblick“.
Berichte und Fragen schärfen den Blick in Hinsicht auf bedenkliche Angebote und Gruppen. Das ist notwendig, denn die Bezeichnung „Sekte“ lässt sich nicht mehr so vordergründig anwenden, wie man das früher tat.

Näheres über die Broschüre finden Sie auf www.weltanschauungsfragen.at

2011-11  Meinrad Föger
 


Nicht immer drin, was draufsteht?

Die Bezeichnung „Scientology“ wird – so kann man beobachten – im Alltags-Sprachgebrauch häufig mit dem Wort „Sekte“ verwechselt: Fragte man früher: „Ist das eine Sekte?“, so werden heutzutage sinngemäße Anfragen „Ist das Scientology?“ formuliert.
Andererseits wird bezweifelt, ob die Scientology Organisation überhaupt als religiöse Gruppe betrachtet werden kann und nicht in Wirklichkeit bloß ein einträgliches Wirtschaftsunternehmen ist. Aber nicht nur WAS Scientology ist, ist nicht immer so klar, sondern auch WER oder WO.

Man findet sie in verschiedenen Verpackungen z.B.

Andererseits gibt es Beispiele, wo rücksichtslose Methoden und menschenverachtendes Vorgehen im Wirtschaftsleben fälschlicherweise auf Scientology zurückgeführt werden, was im Einzelfall dann aber nicht zutrifft.
Eindeutig ist der Fall zumindest dann, wenn man irgendwo im Kleingedruckten eine der folgenden Bezeichnungen findet:

2011-09  Meinrad Föger
 


Engel

- billige Dienstleister oder Boten Gottes?

Zugegeben: Gar so billig sind die Engel-Aura-Sprays oder die Engel-Essenzen aus dem Esoterikhandel gar nicht. Aber wer einmal den direkten Draht zu den hilfreichen Engeln gefunden hat, der muss anscheinend weder lange nach Parkplätzen noch nach verlorenen Gegenständen suchen…

Zum Boom der esoterischen Engel kann man zwei Sichtweisen vertreten: Positiv betrachtet bietet die neue „Engelreligion“ wieder einen Zugang zur „verlorenen Wirklichkeit des Himmels“, die von Aufklärung und Materialismus verstellt wurde. Negativ betrachtet werden die modischen Engel nur als Bedürfniserfüller und als Lückenbüßer in einer weitgehend perfekten Welt missbraucht; die Eigenständigkeit und Macht der Engelwelt braucht Gott nicht und schließt ihn aus, bleibt letztlich aber die Antwort auf das Böse in der Welt schuldig.

Nach biblisch-christlicher Sicht sind Engel jedenfalls immer nur als Boten und als Beauftragte Gottes wirksam, Engel haben keine selbständige Bedeutung und sind vor allem für Menschen nicht „verfügbar“.
Wenn dieser Rahmen, dieser Grundgedanke gewahrt bleibt, können Engel wohl als hilfreicher Zugang in die Dimensionen des Transzendenten erfahren werden.
Aber es bleibt die Frage: Warum denn zum Schmiedl gehen und nicht gleich zum Schmied?

2011-06  Meinrad Föger


Von Alternativmedizin und Wunderheilern

Ein kleiner Test in der Internet-Suchmaschine bringt ein erstaunliches Ergebnis zutage: Dass bei den Suchwörtern „heilen“ oder „Heilung“ die biblisch-theologischen Dimensionen des Heils nicht in den Top-Positionen stehen, überrascht vielleicht weniger. Aber dass auch Ärzt/innen, Krankenhäuser oder Apotheken hier nicht vorkommen, ist nun doch eigenartig.
Es scheint eindeutig festzustehen: Heil und Heilung ist offensichtlich eine Sache der Alternativ-, Geist- und Quantenheiler geworden.

Die Unzufriedenheit mit dem Schnellverfahren mancher Ärzt/innen, dem unpersönlichen Krankenhausbetrieb und den vielen Kritikpunkten an den riesigen Pharmakonzernen ist eine Seite. Die andere ist die, dass die ganze Szene der vielen Heiler und Heilmethoden unüberschaubar und verwirrend ist. Was im Panorama zwischen Wellness, Gebrauchsesoterik und Schamanismus sinnvoll oder unsinnig, was seriös oder glatter Betrug ist, lässt sich selten auf den ersten Blick erkennen.

Dabei gibt es für uns zumindest drei „Fronten“:
1) Was hat wissenschaftlich glaubwürdige Grundlagen bzw. Effekte (die über eine Placebowirkung hinausgehen), und was nützen oder schaden unwirksame Methoden?
2) Was ist in einen religiösen Kontext eingebunden, der mit dem christlichen Glauben in Konflikt gerät?
3) Was führt in sektenartige Zusammenhänge, in Abhängigkeiten von Methoden oder Gurus?

Und die wichtigste Aufgabe für Christen in dieser Frage ist heute: Wege zu Heil und Heilung finden in der Schere zwischen einem anonymen Medizinbetrieb und einer esoterischen Wunderheiler-Gläubigkeit.

2011-04  Meinrad Föger


Wieder Geburt

Vielleicht drängt sich der Gedanke besonders auf, wenn man einen tragischen Todesfall zu bewältigen hat. Vielleicht ist es aber auch vor allem ein Ausdruck unseres heutigen Zeitgefühls, wo es heißt: Konsumieren, Wegwerfen, Neues Kaufen,… - Wenn dieses Leben nicht gut genug war, dann wird vielleicht das nächste besser; wenn es uns so kurz erscheint, dann wird es doch zumindest eine weitere Folge geben.
Reinkarnation wird in unserem Kulturkreis mit neuen Chancen, mit fortschreitender Weiterentwicklung, mit Gerechtigkeit in Verbindung gebracht – anders als im indischen Gedankengut, wo der Kreislauf der Reinkarnation als karmabelastete Mühe gesehen wird, dem man so bald wie möglich entkommen will…
Obwohl der christliche Gedanke von Gericht und Auferstehung mit dem Konzept der Reinkarnation nicht vereinbar ist, wird in jüngster Zeit wieder häufiger versucht, die Wiedergeburt als die ursprünglich von Jesus vertretene Lehre darzustellen, die erst später von der Kirche verdrängt wurde.

Was sagt der Weltanschauungsreferent dazu? Meiner Einschätzung nach…
…können diverse Rückführungsmethoden in einzelnen Fällen persönlich als hilfreich erlebt werden, insgesamt sind sie kritisch-wissenschaftlich gesehen nicht glaubwürdig.
…ist der biblische Befund „nur einmal sterben“ ziemlich deutlich und kann auch durch die Einbeziehung apokrypher Schriften nicht aufgewogen werden.
…hat der Vorwurf, die Kirche habe systematisch die Reinkarnationslehre zugunsten der Lehre von der Erschaffung jeder einzelnen Menschenseele (Kreatianismus) zurückgedrängt, in der Beschreibung viel Ähnlichkeit mit diversen Verschwörungstheorien.
…steckt in einem solchen Reinkarnationskonzept auch eine große Gefahr, nämlich eine Geringschätzung des einzelnen Lebens, ein Abnehmen des Verantwortungsbewußtseins und eine wachsende Gleichgültigkeit.
Aus christlicher Sicht ist jedenfalls jedes Menschenleben, auch das kürzeste oder scheinbar misslungenste, vor Gott wertvoll und vollständig.

Weitere Informationen und Diskussionsmaterial kann ich bei Bedarf gerne zur Verfügung stellen!

2011-02  Meinrad Föger
 


Alternativ christlich?

Das größte Feld der weltanschaulichen Beratung ist immer noch der Bereich der verschiedensten christlichen Gruppen – trotz des esoterischen und neuheidnischen Booms. Freikirchen, Evangelikale Gemeinden und Pfingstkirchen nehmen mehr denn je einen wichtigen Raum in der religiösen Landschaft Salzburgs und Tirols ein.
Achtung, die Bezeichnungen sind nicht eindeutig und überschneiden sich auch teilweise:
- „Freikirche“ besagt vor allem, dass sich eine christliche Gemeinde „frei“ von hierarchischen Zwängen und staatlicher Abhängigkeit versteht und in kleinen Gruppen eigenständig die Botschaft Jesu lebt.
- „Evangelikale Gemeinden“ stellen, wie der Name sagt, die Bibel zentral in den Mittelpunkt. Kennzeichnend ist vor allem die radikale Erlösungslehre, die gegenüber der drohenden Hölle ein entschiedenes Bekenntnis zu Jesus Christus fordert.
- „Pfingstkirchen“ betonen die geistgewirkten Gaben der Getauften – das beinhaltet z.B. auch Zungenrede und die Gabe der Heilung.

Natürlich gehen wir davon aus, dass es sich in der Regel um christliche Geschwisterkirchen handelt. Viele dieser Gemeinden haben große Anziehungskraft durch sehr schwungvolle Gottesdienste, spontanes und lebensnahes Gebet, engagierte Jugendarbeit, ausstrahlende Überzeugung, etc.
Unter Geschwistern gibt es meist nicht nur Streit, sondern auch „schwarze Schafe“. So kann man hinter vermeintlicher Dogmenfreiheit auch ziemlich abstruse Ideen vorfinden, oder kann die hierarchische Freiheit erst Recht das Auftreten von arroganten „Gurus“ ermöglichen. Höllenängste begünstigen psychische Krankheiten und sektenartige Strukturen. Und das vergebliche Hoffen auf eine Wunderheilung hat schon manchen Menschen das Leben gekostet.
Darum gilt auch hier: Glauben heißt nicht, das eigene Denken auszuschalten.

Wenn Sie Fragen oder Anliegen haben, rufen Sie an oder schreiben Sie mir!

2010-11  Meinrad Föger


Der alltägliche Zauber

Okkultismus und Magie wird spontan meist mit Hexen und Zauberern gleichgesetzt, also mit Wesen, die in unserer heutigen Welt nicht vorkommen. Dabei sind wir im Alltag umgeben von okkulten und magischen Praktiken, von Esoterik und Aberglaube.
Laut Umfragen hält jeder zweite bis dritte ein vierblättriges Kleeblatt, die Zahl 13 oder eine Sternschnuppe für bedeutsam. Mit Kristallen, mit Glücksbringern, Horoskopen, Zahlenspielen, Pendeln versucht man das Schicksal auszutricksen; aber auch christliche „Utensilien“ müssen herhalten, von der Kerzenspende für den passenden Patron über Heiligenbildchen als Talisman bis hin zum Bibel-Losen.
Auf diesem Weg will man Gesundheit, Wohlbefinden, Prüfungserfolg oder Liebesglück erhalten, einen Blick in die Zukunft erlangen oder Entscheidungen überhaupt delegieren.
Vielleicht eine unangenehme Erkenntnis: Aber zwischen dem kleinen „alltäglichen Zauber“ und den großen Hexen- und Magier-Kulten ist vom Gedanken her kein wirklicher Unterschied.
Unsere Aufgabe: Die Geister zu unterscheiden!

Für ein Gespräch oder E-mail stehe ich gerne zur Verfügung.

2010-09  Meinrad Föger
 


Yoga

Wer möchte nicht einmal etwas Gutes für sich tun? Da bietet sich für Stressbewältigung und Wohlbefinden ein Yoga-Kurs an! Na bestens – aber Halt! Hieß es nicht, Yoga sei so was wie eine Sekte??

1) Körperzentrierter Yoga beschränkt sich auf Haltungs- und Atemübungen, die zu innerer Ruhe und Sammlung führen und körperliches und seelisches Wohlbefinden unterstützen. Solche Kurse findet man auch in Pfarren oder kirchlichen Bildungshäusern.

2) Neohinduistischer Yoga bzw. jene Gruppen, die diesen praktizieren, wurden besonders gegen Ende des letzten Jahrtausends als gefährliche Sekten gebrandmarkt. Dabei war vieles übertrieben; manche Kritiken öfters auch berechtigt, wie z.B. die extreme Hörigkeit gegenüber einem Guru, Probleme in bereits bestehenden Ehen, die Behandlung der Kinder in eigenen Schulen im Ausland,… - Bei den wenigen heute noch übrigen neohinduistischen Yoga-Anbietern wird man kaum noch damit rechnen müssen, zwangsweise für den Hinduismus vereinnahmt zu werden, auch wenn manche Kunden trotzdem den Eindruck erhalten, dass man ihnen unter dem Deckmantel des Yoga quasi die hinduistische Weltanschauung verkaufen wolle. Jedenfalls muss man sich im Klaren darüber sein, dass diese Art von Yoga eine Glaubensfrage ist.

3) Yogaverbände – Europäische Yoga Union: Ausbildungen und Kurse auf dieser Basis berücksichtigen sowohl die indische Tradition des Yoga wie auch philosophische und religiöse Traditionen des Westens und zeigen sich als eigenständige, pluralistische Yogatradition. Diese Richtungen entsprechen durchaus dem heutigen großen Interesse an Spiritualität ohne religiöser Bindung.

4) Der Versuch, Yoga-Übungen mit christlicher Spiritualität zu verbinden, hat auch zur Gründung von christlichen Ashrams geführt, die derzeit aber weniger Bedeutung haben.

Fazit: Yoga ist gut, aber es zahlt sich aus, vorher genau hinzuschauen.
Genaue Informationen bietet die „Werkmappe Nr. 96, Yoga – Geschichte und Verhältnis zum Christentum“, erhältlich im Referat für Weltanschauungsfragen.

2010-06  Meinrad Föger


2012

Gründe genug für einen Weltuntergang.

Seriöserweise hat der 21.12.2012 laut Maya-Kalender keine größere Bedeutung, als es in unserem der 31.12.2000 war. In beiden Fällen endet ein Abschnitt der Zeitrechnung, und das Leben geht danach weiter wie vorher. Sowenig es gravierende Computerprobleme wegen des Jahrtausendwechsels geben hat, sowenig stehen uns jetzt ein Polsprung, eine Kollision mit Nibiru oder eine Sonnenfleckenepidemie bevor. Warum also die Panikmache?
1 – Viele Menschen, denen langweilig ist oder die mit ihrem Leben und mit der Welt unzufrieden sind, wünschen sich, dass etwas passiert. Eine ordentliche Katastrophe, die die bösen Menschen vernichtet.
2 – Die Medien hätten zwar auch ernsthafte Themen zu berichten, aber Katastrophenangst kommt einfach immer gut an und ist spannend zu lesen.
3 – Anbieter von esoterischen Kursen verkünden für 2012 zwar keine vollständige Vernichtung, aber einen „Dimensionssprung“, der durch magnetische Veränderungen verursacht wird. Unsere Welt gerät dabei in einen höheren Schwingungszustand, in eine neue, bessere Dimension. Wer den Sprung mitmachen will, muss sich darauf vorbereiten und versuchen, seine eigene Schwingung auf die neue Ebene zu erhöhen, denn sonst bleibt man zurück. Also ab in (teure) esoterische Kurse und Seminare!

2010-04  Meinrad Föger