Evangelienkommentar 14. Sonntag im Jahreskreis (Mt 11, 25–30)

(rb–5.7.2020) Der Kommentar zum heutigen Evangelium kommt von Br. Benedikt Maria Hödlmoser, Seelsorger und Gästebruder im Europakloster Gut Aich.

Güte und Demut

In den Kapiteln vier bis achtzehn berichtet uns der Evangelist Matthäus über das Wirken Jesu in Galiläa. Auf das so genannte „Wehe-Wort“ Jesu über die galiläischen Städte Chorazin, Betsaida und Kafarnaum, in denen er durch Wort und Tat gewirkt hatte, wo sich aber keine Umkehr der Menschen einstellte, folgt nun überraschenderweise eine preisende Hinwendung Jesu an seinen Vater. Darin wird Jesu Freude spürbar, weil der Vater „all das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hat.“ (11, 25) – Was hat er den Menschen verborgen bzw. was hat er ihnen offenbart, gezeigt?

Eine mögliche Antwort darauf finden wir im vorletzten Vers des Evangeliums: „Denn ich bin gütig und von Herzen demütig;“ (11, 29). Wenn also Jesus, der Sohn Gottes, die Güte und die Demut in Person ist, dann folgt daraus, dass ebenso sein Vater und damit auch unser Vater im Himmel der Ursprung der Güte und der Demut ist. Beide Charaktereigenschaften Jesu werden den Menschen offenbart – oder auch nicht, je nachdem, ob sich der Mensch diesen Eigenschaften öffnet.

Ein gütiges und demütiges Herz findet – wie es uns das Evangelium versichert – Ruhe, Halt und Sicherheit.

Jesus sagt: Lernt von mir. Jesus ist der gute Lehrer, der uns zeigt, wie wir der Güte und Demut, die von Gott kommt, in unserem Leben, genauer gesagt in unserem Denken, Reden und Handeln mehr Raum geben können. Güte und Demut sind besonders jenen Menschen zugänglich, die offen und bereit sind, die befreiende Botschaft Gottes zu hören, anzunehmen und im Leben zu verwirklichen. Überheblichen und Selbstgerechten bleiben sie verborgen.

In seiner Ordensregel hat der heilige Benedikt der Demut ein eigenes Kapitel gewidmet. Somit reiht sich Benedikt in die Lehre Jesu ein und versucht seinen anvertrauten Mönchen diesen Weg aufzuzeigen und sie damit zu begleiten. Die Tugend der Demut zeigt sich nicht nur im Inneren des Herzens (Gedanken, Einstellung …), sondern auch in der Körperhaltung, wie Benedikt sagt. Welche Haltung nehme ich zu mir selbst, meinen Mitmenschen und schließlich Gott gegenüber ein?

Dieser Text ist im Rupertusblatt (Nr. 27/2020) erschienen. >>> Hier können Sie unsere Wochenzeitung abonnieren.

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