Evangelienkommentar 24. Sonntag im Jahreskreis (Mt 18, 21–35)

(rb–13.9.2020) Der Kommentar zum heutigen Evangelium kommt von Frank Cöppicus-Röttger, Stadtpfarrer von Radstadt und Pfarrer im Pfarrverband Forstau, Radstadt, Untertauern.

Barmherzig wie der Vater

Wer Gott wirklich begegnet und ihn um Erbarmen bittet, der erfährt seine ganze Barmherzigkeit, so wie der Knecht im heutigen Evangelium, dessen Verurteilung schon beschlossen ist. Weil er von ganzem Herzen um Erbarmen bittet, wird ihm alles vergeben und er ist frei. Gott liebt es Menschen frei zu machen und Ihnen alles zu vergeben.Aber geht es so einfach? Im Grunde ja und doch nicht ganz, denn wer wirklich frei geworden ist und Barmherzigkeit erfahren hat, der muss auch anderen Barmherzigkeit schenken und sie in Freiheit setzen. Diese Wirklichkeit fassen wir jedes Mal ins Wort, wenn wir das „Vater Unser“ beten: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ Jesus lässt du uns also bei jedem Mal wo wir SEIN Gebet beten, diese Bedingung durchbeten, denn wir sagen hier jedes Mal, dass uns der Vater so behandeln soll, wie wir jene Menschen behandeln die uns verletzt haben oder denen wir etwas vorzuwerfen haben. In diesem heutigen Gleichnis wird das in drastischer Weise ausgedrückt, denn der Knecht dem alles vergeben wurde, benimmt sich sehr unbarmherzig gegenüber einem anderen, der ihm etwas schuldet. Das aber erträgt der König nicht und dem Knecht wird seine wiedererlangte Freiheit genommen und er muss für die ganze Schuld selber aufkommen.

Gott hat die Anzahl der Vergebungen nicht begrenzt, er ist immer bereit zu vergeben, wenn wir ihn ehrlich bitten, weil Jesus den Preis für alles am Kreuz bezahlt hat.

Gott zählt nicht, sondern er vergibt immer, wenn wir zu ihm kommen. Deshalb dürfen wir auch nicht zählen, wie oft wir jemandem schon vergeben haben. Nicht nur sieben mal sondern siebzig mal sieben mal, also immer, sollen wir vergeben - Barmherzig sein wie unser himmlischer Vater.

Viele aber haben Schwierigkeiten mit dem Vergeben, deshalb ist es wichtig zu verstehen, dass Vergebung nicht ein Gefühl, sondern eine Entscheidung ist. Ich bin der Chef darüber wem ich vergebe und wem nicht. Darüber bin ich souverän. Das andere sind Gefühle, die kommen und gehen. Als Mensch kann ich auch eine Entscheidung treffen gegen alle Gefühle.

Dieser Text ist im Rupertusblatt (Nr. 37/2020) erschienen. >>> Hier können Sie unsere Wochenzeitung abonnieren.

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