Evangelienkommentar 20. Sonntag im Jahreskreis (Mt 15, 21–28)

(rb–16.8.2020) Der Kommentar zum heutigen Evangelium kommt von Maria Hadwiger, Pfarrassistentin der Seelsorgestelle Rehhof.

Jesus, hilf mir!

Das heutige Evangelium ist eingebettet in den Hauptteil des Matthäus-Evangeliums, das das Reden und Handeln Jesu im Raum Galiläa entfaltet. Jesus zieht sich an das Küstengebiet zurück und begegnet einer Frau, die nicht dem jüdischen Volk angehört.

Sie hat von diesem Jesus gehört, der seit einiger Zeit für Aufsehen sorgt mit seinen Wundern. Sie ist Mutter eines kranken Kindes, dem unter den Ärzten bisher niemand helfen konnte. Ihre Not und Verzweiflung ist groß. Sie ergreift die Gelegenheit und wendet sich an diesen Jesus. Wenn doch noch jemand helfen kann, dann er. Jesus aber schweigt und wartet ab. Schließlich ergreifen seine Jünger das Wort, offenbar genervt. Schon wieder will jemand etwas von ihrem Meister. Das Leben an der Seite Jesu ist für sie eine beständige Herausforderung. Jesus tariert diese Situation aus. Seine Aussage scheint den Unmut der Jünger zu rechtfertigen. Damit zeigt er der Frau aber auch, dass er sie wahrnimmt, dass er sie hört. Die Schlagfertigkeit und Beharrlichkeit der Frau, die für ihr Kind kämpft, wendet die Situation. Sie folgt einer einfachen Logik: Jesus, der offensichtlich besondere Heilkräfte hat, der muss diese Begabung, diese Fähigkeit doch überall anwenden und einsetzen können, nicht nur bei Leuten seines Volkes. Da kann doch auch ihr Kind etwas von dieser Heilkraft abbekommen. Jesus zeigt sich beeindruckt von ihrer Argumentation. Ihre Hartnäckigkeit wird belohnt, das Kind gesund.

Welche Lehre können wir aus dieser Schriftstelle für uns ziehen?

Auf unser Beten hat Gott drei Möglichkeiten zu reagieren: Ja, ich erfülle deine Bitte! Später, jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt! Nein, ich habe etwas Besseres für dich!

Wird nicht auch unser Glaube oft auf eine harte Probe gestellt? Wir wenden uns mit unseren Anliegen vertrauensvoll an Jesus. Breiten unsere Not vor ihm aus, bitten und beten … und er schweigt, es tut sich nichts.

Tun wir es dieser Frau gleich: beten, ausharren, dranbleiben, vertrauen! Jesus weiß um unsere Situation. Er weiß, was wir brauchen, er weiß um den rechten Zeitpunkt.

Dieser Text ist im Rupertusblatt (Nr. 33/2020) erschienen. >>> Hier können Sie unsere Wochenzeitung abonnieren.

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