Evangelienkommentar 21. Sonntag im Jahreskreis (Mt 16, 13–20)

(rb–23.8.2020) Der Kommentar zum heutigen Evangelium kommt von Maria Hadwiger, Pfarrassistentin der Seelsorgestelle Rehhof.

Für wen haltet ihr mich?

In den ersten fünfzehn Kapiteln des Matthäus-Evangeliums wird ein Bogen über das Leben Jesu gespannt ausgehend von seinem Stammbaum, der den Adressaten dieses Evangeliums, den Juden, aufzeigt, dass Jesus als Sohn Davids und Sohn Abrahams der verheißene und lang ersehnte Gesandte und Gesalbte Gottes, der Messias, sein muss. Die zahlreichen Heilungs- und Wunder-Erzählungen in den weiteren Kapiteln, die Vollmacht, mit der er lehrte, bekräftigen diesen Anspruch.

Doch nicht für alle, die Jesus kannten, die Augen- und Ohrenzeugen seines Auftretens und Wirkens waren, konnten und wollten die Schriftworte und Prophezeiungen in seiner Person erfüllt sehen. Bei den einen gab es Mutmaßungen, Skepsis, und Ablehnung Jesus gegenüber, weil er anders war, als sie sich den Messias vorstellten, bei anderen war es aufgrund seiner Werke offensichtlich, dass er der Gesandte Gottes sein muss, der in die Welt kommen soll. Die Gerüchteküche, der Tratsch zu dieser Frage blieb auch Jesus nicht verborgen.

Auch die Apostelschar kam um die Auseinandersetzung mit dieser Frage nicht herum. Jesus spricht diese Frage daher eines Tages unverblümt an: Für wen haltet ihr mich? Simon Petrus, der impulsive Apostel mit heftigem Temperament, prescht vor und stellt sich sofort und mit Überzeugung dieser Frage. Nach allem, was er bisher an der Seite Jesu miterlebt, gehört und gesehen hat, kann er nicht anders, als zu bekennen „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“

 

 

Seine leidenschaftliche Antwort lässt erkennen, sein Herz brennt für Jesus und sein Evangelium. Das ist das Kriterium, nach dem Jesus Petrus bemisst, bevollmächtigt und beauftragt, Fels der Kirche zu sein.

Die menschlichen Schwächen des Petrus, um die Jesus auch weiß, bleiben in diesem bedeutenden Moment außen vor. Die Herzenshaltung zählt.

Auch für uns stellt sich an diesem Sonntag die Frage: Was würde ich Jesus auf diese Frage antworten? Brennt mein Herz für Jesus, für seine Sache? Bin ich in an meinem Platz, in meinem Umfeld „Fels in der Brandung“, wenn es um die Kirche, das Evangelium und unseren christlichen Glauben geht?

Dieser Text ist im Rupertusblatt (Nr. 34_35/2020) erschienen. >>> Hier können Sie unsere Wochenzeitung abonnieren.

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