Evangelienkommentar 17. Sonntag im Jahreskreis (Mt 13, 44–52)

(rb–26.7.2020) Der Kommentar zum heutigen Evangelium kommt von Br. Benedikt Maria Hödlmoser, Seelsorger und Gästebruder im Europakloster Gut Aich.

Schatz des Glaubens

Jesus hat sich aufgemacht, den Menschen die Frohe Botschaft, die Botschaft von der Fülle des Lebens, zu verkündigen. Seine Methode bestand nicht darin, den Zuhörenden fertige Definitionen zum Verständnis über das Himmelreich zu präsentieren, sondern er erzählte einfach.

In seinen Gleichnissen gebrauchte er Bilder und Tätigkeiten aus dem Alltag, um die Menschen dort abzuholen, wo sie sich gerade befinden, und sie gleichzeitig auf eine andere Wirklichkeit aufmerksam zu machen, der es gilt, stets auf der Suche zu bleiben. Im Evangelium heißt es: Ein Mann entdeckt in einem Acker einen Schatz. – Ein Schatz ist ein kostbares Gut, das an einem besonderen Ort verborgen liegt – in der Dunkelheit des Nochnicht- Wissens davon oder des Noch-nicht-Erfahrenen.

Ein Schatz will entdeckt werden. Und Frucht dieser Entdeckung ist die Freude, wie uns das Evangelium berichtet.

Die Freude über den wertvollen Fund erweckt im Menschen neue Kräfte, die ihn wiederum veranlassen Neues zu unternehmen: Der Mann ging hin, „verkaufte alles, was er besaß und kaufte den Acker“. In meiner Kindheit durfte ich eine ähnliche Erfahrung machen. Am Strandufer des Wolfgangsees entdeckte ich beim Graben im Sand ein kleines und sehr kostbares Schmuckkreuz, das allem Anschein nach auch schon sehr alt war und viele Jahre dort gelegen haben musste. Und in meiner Freude ging ich hin, zeigte es meiner Familie und unseren Nachbarn und reinigte es von all dem Rost, der sich darauf abgelagert hatte.

Für mich ging damals der Himmel ein stückweit auf, noch dazu, wo das Kreuz mit kleinen Edelsteinen besetzt war. Jedes Mal, wenn ich mich an besagtem Fundort am Seeufer aufhalte, denke ich an diese Entdeckung und empfinde große Dankbarkeit und Freude. Das Kreuz ist Zeichen unseres Glaubens und unserer Erlösung, die wiederum ein Geschenk des Himmels ist.

Gott lässt sich auch im Alltag finden. Ein kostbarer Fund ist ein Geschenk, das man entweder unvermutet findet, wie der Mann auf dem Ackerfeld es veranschaulicht, oder nach langem und unermüdlichem Suchen entdeckt, wie der Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Beide Bewegungen, das Entdecken und das Finden, sind Grundwahrheiten unseres Glaubenslebens. In beiden Bewegungen sind wir dem Himmel und damit Gott näher und die Freude lässt uns nicht darüber schweigen, was wir gesehen und gefunden haben.

Dieser Text ist im Rupertusblatt (Nr. 30_31/2020) erschienen. >>> Hier können Sie unsere Wochenzeitung abonnieren.

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