Willkommen in der Diözesanbibliothek Salzburg!

Wo sich Geschichte und Theologie von ihren besten Seiten zeigen

Die d|b|s Diözesanbibliothek Salzburg ist die älteste Bibliothek in Salzburg. Sie beherbergt mehr als 150.000 Medien mit den Schwerpunkten Theologie, Philosophie, Geschichte und Salisburgensia. Als öffentliche Spezialbibliothek unterstützen wir Sie gerne bei Ihren Recherchen. Die d|b|s Diözesanbibliothek Salzburg ist mit ihrem umfangreichen Altbestand, einer Vielzahl von Handschriften, Inkunabeln und Frühdrucken sowie wertvollen Sondersammlungen eine bedeutende Kultureinrichtung der Erzdiözese Salzburg.

Hochfeste Allerheiligen und Allerseelen (1. und 2. November)

Doppelseite (Kupferstich und Text) aus dem Missale Romanum, München 1690

 

Dieses Missale Romanum trägt zu Beginn die Approbatio des Wittelbachers Joseph Clemens von Bayern  (1671–1723), damals als Erzbischof von Köln in erster Linie Landesherr des Erzstifts Köln, aber seit 1685 auch Bischof von Regensburg und Freising, hier in seiner Eigenschaft als Bischof von Freising.

Die eigentliche Initiative zur Herausgabe dieses Messbuchs dürfte aber von dem aus Rosenheim stammenden, in Rom ausgebildeten Kanoniker und geistlichen Administrator des Bistums, Franz Kall (1630–1690), ausgegangen sein. Gedruckt wurde es in München bei Johann Jäcklin (–1710).

Der zu dieser Zeit stark vereinheitlichte römische Ritus der Mess­feier ließ keine lokalen Besonderheiten mehr zu (lediglich in der Gestaltung des Heiligen­kalenders). Um dem Wunsch Roms nach der Verbreitung des Missale Romanum nachzu­kommen. ließen viele Bischöfe dieser Zeit römische Missalien in ihrem Diözesangebiet drucken. Den barocken Nuancen entsprechend weist auch das vorliegende Exemplar Illustrationen zu den Messtexten der Hochfeste auf. Diese Kupferstiche sind hier namentlich signiert, so wissen wir, dass der Vorliegende von dem in Augsburg – auch als Goldschmied – tätigen Georg Andreas Wolfgang (1631–1716) stammt.

Das Buch gelangte aus der Dompfarre Salzburg in das Archiv der Erzdiözese.

 

Signatur: LIT MIS 79.1

Bestand: Liturgische Sammlung

 

 

Doppelseite (Kupferstich und Titelseite) zum 72. Stück der Neu-verbesserte und in eine angenehme Ordnung gebrachte Staats- und Kayser-Gespräche, Erfurt 1751

Die Zeitschrift Neu-verbesserte und in eine angenehme Ordnung gebrachte Staats- und Kayser-Gespräche, worinnen bey der stillen Gesellschafft im Reiche derer Todten, alle Römische Kayser wie sie vom Anfange der Monarchie an, in der Regierung aufeinander gefolget, aufgeführet … dürfte in gewisser Weise ein Nachfahre von David Faßmanns (1685–1744) Gespräche in dem Reiche derer Todten gewesen sein. Sie erschien von 1746 bis 1751 in 72 Stücken bei David Jungnicol in Erfurt. Der Autor Johann Zacharias Gleichmann (–1758), der sich im Geleitwort an den Leser auf der Rückseite des hier aufgeschlagenen Titelblattes zu erkennen gibt, gilt als Vertreter der nachbarocken Buntschriftstellerei, Vielschreiber (verwendete zahlreiche Pseudonyme) und war eigentlich Jurist und Verwaltungsbeamter. 

Der Kupferstecher in unbekannt, das Bild und seine Beschriftung erinnert als Memento mori in seiner sozialen Komponente an die mittelalterlichen Totentänze.

Die lateinischen Schriftzüge lauten: Omnia vana vides quaecumque sub aethere lato vertuntur (Du siehst, dass alles vergeblich ist, was nur unter dem breiten Himmel kreist). Pallida mors aequo pulsat pede pauperum tabernas Regumque turres (Der fahle Tod klopft in gleicher Weise an die Türe der Hütten der Armen, als auch die der Türme der Könige), letzterer stammt aus dem I. Buch der Oden des Horaz.

Wie das Exlibris angibt stammt der Band aus dem Besitz des Johann Chrysostomus Anton Gschwendtner (1701–1781), einem Salzburger Juristen, der 1731 Hofrat und 1746 in den Reichsadelsstand erhoben wurde, dieser vermachte einen großen Teil seiner Bücher der Priesterhausbibliothek.

 

Signatur: AR 104/5.3

Bestand: Priesterhausbibliothek

 

 

Literaturverweise:

Dr. Franz Kall, in: Fürst, Max: Biographisches Lexikon für das Gebiet zwischen Inn und Salzach. München 1901, S. 68 f.

de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Clemens_von_Bayern

de.wikipedia.org/wiki/Johann_Zacharias_Gleichmann

www.sn.at/wiki/Gschwendtner_%28Eisenh%C3%A4ndler%29