Willkommen in der Diözesanbibliothek Salzburg!

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Die d|b|s Diözesanbibliothek Salzburg ist die älteste Bibliothek in Salzburg. Sie beherbergt mehr als 150.000 Medien mit den Schwerpunkten Theologie, Philosophie, Geschichte und Salisburgensia. Als öffentliche Spezialbibliothek unterstützen wir Sie gerne bei Ihren Recherchen. Die d|b|s Diözesanbibliothek Salzburg ist mit ihrem umfangreichen Altbestand, einer Vielzahl von Handschriften, Inkunabeln und Frühdrucken sowie wertvollen Sondersammlungen eine bedeutende Kultureinrichtung der Erzdiözese Salzburg.

Engelsdarstellungen (Anlass: Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Raphael, 29. September, Schutzengelfest, 2. Oktober)

Sodalis Mariani et Ss. Angelorum in Archiepiscopali Collegio Borromaeo Salisburgi et in Seminariis Episcopalibus Breviarium, edidit Joannes Zimmermann. 3. Aufll., Salzburg 1877

Signatur: 89.216         Bestand: Priesterhausbibliothek

Das Borromäum wurde 1843 als Knabenseminar gegründet, 1845 übernahm Johann Baptist Zimmermann dessen Leitung, 1847 konnte ein geeignetes Gebäude, der Graf-Lodron-Laterno-Primogentur-Palast (das heutige Mozarteum) in der Dreifaltigkeitsgasse bezogen werden, seitdem hieß es auch (nach dem hl. Karl Borromäus) Borromäum. 1856 wurde für die Schüler der ersten 4 Klassen (Unterstufe) die Kongregation der hl. Engeln gegründet, als Vorbereitung auf die Marianische Kongregation. Das vorliegende Brevier diente beiden Sodalitäten als Gebetbuch. Es wurde 1877 bereits in 3. Auflage vom Borromäum selbst verlegt und in der Druckerei Zaunrith in Salzburg gedruckt.

Die Vorlage für das Frontispiz hat wohl der Tiroler Maler Franz Hellweger (1812–1880) geschaffen, da es links unten mit F. Hellwegen gezeichnet ist, der Stahlstich stammt von Johann Leonhard Raab (1825–1899), der als Kupfer- und Stahlstecher in München wirkte (Leiter der Kupferstecherschule der Münchner Kunstakademie).

 

Drexel, Jeremias: Reverendi Patris Hieremiae Drexelii e Societate Jesu Opera Omnia: Hiebevor in Lateinischer Sprach beschrieben, hernach aber zur Ehren Gottes, und Beförderung deß Nechsten, zum theil vom Authore selbsten, zum theil vom andern / der teutschen Sprach wolerfahrenen, in das Hochteutsche versetzt ... In Vier Theil abgetheilet. - Jetzo zum Anderen Mahl in den Truck gegeben … . - Würtzburg: Schönwetter, 1662, Erster Theil, VD17 12:106581X

Signatur: Urs Fol 37, Bestand: Ursulinenbibliothek

Der deutscher Jesuit Jeremias Drexel (1581-1638) war der bedeutendste aszetische Schrift-steller im Deutschland der Gegenreformation des 17. Jahrhunderts, seine in lateinischer Sprache verfassten Schriften wurden teilweise noch von ihm selbst, aber auch von anderen ins Deutsche (und andere Sprachen) übertragen, 1680 erschien in Frankfurt am Main bei Schönwetter die erste vollständige Gesamtausgabe seiner Werke. Der vorliegende Band erschien 1662 in Würzburg bei Johann Gottfried Schönwetters Witwe und Erben, gedruckt von Christoph Küchler. Als Kupferstecher für den vorliegenden Stich kommen – da sie an anderen Stellen des Werkes genannt werden – in Frage: Philipp Harpff, bekannt als Stecher für Merians Theatrum Europaeum, und Andreas Frölich; gezeichnet ist dieser Stich aber nicht.
Der Kupferstich ist dem Traktat „Schutz-Engels Weck-Uhr“ vorangestellt, die drei darin eingeschriebenen Motti Disce vivere, Disce orare, Disce mori durchzeihen auch den Text für jede einzelne Stunde wie ein roter Faden (Lerne leben, Lerne beten, Lerne sterben). Der lateinische Text unter dem Stich kann in etwa folgendermaßen wiedergegeben werden: Die dreifache Richtschnur der vom Engel gelenkten Uhr: Leben, Gebet, Schicksal. Richte das Leben nach Gott aus! Ziehe mich durch Gebet zu Dir, Gott! Dem Schicksal gemäß wirst Du zu Gott hingezogen werden …

 

Literatur:
de.wikipedia.org/wiki/Jeremias_Drexel
Karl Pörnbacher: Drexel, Jeremias, In: LThK ³1995, 3. Bd., Sp. 373
de.wikipedia.org/wiki/Franz_Hellweger
de.wikipedia.org/wiki/Johann_Leonhard_Raab
Monsignor Regens Johann Baptist Zimmermann: Domkapitular, f. e. Consistorialrath, Sr. päpstlichen Heiligkeit Ehrenkämmerer in abito paonazzo, Regens des Convictes im f. e. Collegium Borromäum. In: Salzburger Kirchenblatt, 1886,13–14 (1. und 8. April)
http://res.icar-us.eu/index.php/Zimmermann,_Johann_Baptist_(1815-1886)