Begräbnis & Verabschiedung

Abschied von einem geliebten Menschen zu nehmen gehört zu den schwersten Erfahrungen im Leben. Hier bieten die kirchliche Beerdigung und die Seelenmesse Raum für Trauer – und Hoffnung. Denn der christliche Glaube baut darauf, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern der Übergang zum ewigen Leben.

Alle Einschränkungen und Änderungen, die bei liturgischen Feiern und kirchlichen Versammlungen aufgrund der Corona-Pandemie notwendig werden, finden Sie hier.

Sterbegebet & Sterbebeistand

Es muss eine selbstverständliche Aufgabe der Gemeinde sein, Sterbende nicht allein zu lassen. Ein besonderer Dienst besteht darin, sorgend und betend das Sterben eines Christen zu begleiten. Dazu gehören auch Gesten menschlicher Zuwendung.

Die besondere Sorge der Kirche gilt den Sterbenden in ihrer leiblichen und seelischen Not. Das Sakrament für die Sterbenden ist die Eucharistie, die als Wegzehrung bezeichnet wird, nach der Verheißung des Herrn:

Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.Joh 6, 54

Im christlichen Brauchtum und in den Sterbegebeten drücken sich der Glaube und die österliche Hoffnung aus und geben den Sterbenden Zuversicht.

Todesfall – was tun?

Bei einem Todesfall informieren Sie bitte umgehend Ihre Pfarre und ein Bestattungsunternehmen in Ihrer Region.

Bereiten Sie folgende Dokumente vor:

  • Todesanzeige
  • Geburtsurkunde
  • Staatsbürgerschaftsnachweis

Oft überlegen Menschen schon zu ihren Lebzeiten, wie (ob Erde oder Feuer) und auf welchem Friedhof sie bestattet werden möchten. Nehmen Sie dazu, wie auch für die Besprechung des Ablaufs und der Gestaltung der Begräbnisfeierlichkeiten, Kontakt mit der Friedhofsverwaltung der zuständigen Pfarre auf.

Kirchliches Begräbnis & Begräbnisfeier

Das Begräbnis hilft, Abschied von einem Verstorbenen zu nehmen. Zur christlichen Begräbniskultur zählen:

  • Kirchliche Begräbnisfeier: Beerdigung (bzw. Beisetzung) an einem namentlich gekennzeichneter Bestattungsort und Begräbnismesse
  • Persönliches und gemeinsames Beten für die Verstorbene/den Verstorbenen (Totenwache)
  • Erstellung und Gestaltung der Todesanzeige zur Benachrichtigung der Verwandten, Freunde und Bekannten des/der Verstorbene
  • Auswahl und Gestaltung des Sterbebildchens zum Gedenken an die Verstorbene/den Verstorbenen
  • Kranzspenden und Blumen
  • Geldspenden (anstelle der Kranzspenden) für einen bestimmten Zweck auf Wunsch des/der Verstorbenen
  • Messfeiern für die Verstorbenen

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil sieht der Bestattungsritus auch die Feuerbestattung und das kirchliche Begräbnis ungetaufter Kinder vor. Die Bestattung begleitet ein Priester, Diakon oder ein bischöflich beauftragter Laie.

Rituale in der christlichen Begräbniskultur

In manchen Gegenden wird der Verstorbene zu Hause abgeholt, in manchen Pfarren beginnt die Zeremonie in der Kirche und mündet in den gemeinsamen Gang zum Friedhof, andernorts wird zuerst die Einsegnung am Grab gefeiert, dann die Eucharistiefeier als Abschluss in der Kirche. Manchmal wird überhaupt nur mehr eine Einsegnung am Friedhof erbeten.

Auch wenn die konkreten Abläufe und Rituale von Ort zu Ort verschieden sind – beim Abschied kommt zum Ausdruck, was die/der Verstorbene für uns war, was wir positiv erlebt und lieb gewonnen, aber auch schmerzhaft von ihr/ihm ertragen und erlitten haben; damit ein gutes „Abschließenkönnen“ leichter möglich wird.

Das Bestatten des Leibes wird mit Symbolen begleitet, die an die Taufe und an die Auferstehung erinnern.

 

 

Wir übergeben den Leib der Erde. Gott, der Jesus von den Toten auferweckt hat, wird auch unseren Verstorbene zum neuen Leben erwecken!Aus der Beerdigungsliturgie

Besprengen mit Weihwasser: Das Wasser erinnert an das der/dem Verstorbenen in der Taufe zugesagte Leben; ein Leben, das auch durch den irdischen Tod nicht „totzukriegen“ ist. Die Leiterin, der Leiter des Begräbnisses spricht beim Besprengen des Sarges: „N. (Vorname), im Wasser und im Heiligen Geist wurdest du getauft. Der Herr vollende an dir, was er in der Taufe begonnen hat.“

Weihrauch über dem Sarg: „Dein Leib war Tempel des Heiligen Geistes. Der Herr nehme dich auf in das himmlische Jerusalem.“ 

Erde streuen: Die deutenden Worte machen das Ritual verständlich: „Von der Erde bist du genommen und zur Erde kehrst du zurück. Der Herr aber wird dich auferwecken.“

Aufrichten des Kreuzes beim Grab: „Das Zeichen unserer Hoffnung, das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus, sei aufgerichtet über deinem Grab. Der Herr schenke dir seinen Frieden.“ (Begräbnisritus)

Im Regelfall rundet die Seelenmesse die Reihe der Begräbnisrituale ab. Die Liturgie gibt Raum zum gemeinsamen Klagen und Trauern, lässt aber auch durch biblische Worte und Predigt die Hoffnung von uns Christen anklingen, dass die Auferstehung über den Tod siegen wird. Selbstverständlich ist gerade für engste Angehörige die Zeit der Leere und des Weinens damit nicht endgültig vorbei, aber vielleicht wird eben dadurch der Blick dafür geöffnet, dass das Leben hier in dieser Zeit weitergeht – und für uns alle hindrängt auf ein ewiges, erfülltes Leben mit einem großartigen Wiedersehen all unserer Lieben bei Gott!

Wenn ungetaufte Kinder sterben

Auch Kinder, die nicht getauft sind bzw. vor der Geburt sterben, können ein kirchliches Begräbnis erhalten. In der Erzdiözese Salzburg gibt es außerdem drei Mal jährlich eine Trauerfeier für alle Kinder, die im Mutterleib verstorben sind. Diese ökumenischen Feiern werden von den Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhausseelsorgern gestaltet und gefeiert.

oatawa/shutterstock.com

Ansprechperson: Caroline Kremshuber

Wann ist eine kirchliche Bestattung nicht möglich?

Ein kirchliches Begräbnis ist nur dann nicht möglich, wenn der/die Verstorbene dies ausdrücklich nicht gewünscht hat und dies etwa durch seinen Austritt aus der katholischen Kirche öffentlich kundgetan hat.

Nähere Informationen dazu finden Sie in bei dem Seelsorger/der Seelsorgerin Ihrer Pfarre oder in den Richtlinien für das Begräbnis von Ausgetretenen der Österreichischen Bischofskonferenz.

Auch wenn der Gläubige seinen Leichnam zur Einäscherung bestimmt hat, hat er das Recht auf eine kirchliche Bestattung, es sei denn, er hat sich aus Gründen, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen, für die Feuerbestattung entschieden.

Trauer & Trauerbegleitung

Es ist wichtig, dem Schmerz Raum zu geben und der Trauer Zeit zu lassen. Dabei ist es oft eine große Hilfestellung, auch in den alten Ritualen eines Begräbnisgottesdienstes aufgefangen zu werden. Gerade angesichts des Todes, wenn man so deutlich die menschliche Endlichkeit spürt, kann das gottesdienstliche Feiern den Rahmen bieten, die eigene Trauer zuzulassen.

Das Licht der Hoffnung darf in den Schmerz hereinscheinen, dass es mit dem irdischen Tod nicht ewig vorbei ist. Und eben das sollen auch die Feiern der Einsegnung zum Ausdruck bringen. Und vergessen Sie nicht: In Ihrer Pfarre wird bei jeder heiligen Messe für die Verstorbenen gebetet, die bei Gott gut aufgehoben sind.