Der hl. Ägidius – Orts- und Kirchenpatron

Aegidius – Saint Gilles – Sant Iling – Sankt Gilgen

Dass die 1376 erstmals urkundlich erwähnte Pfarrkirche St. Gilgen dem hl. Ägidius geweiht wurde, war kein reiner Zufall. Der hl. Ägidius wurde im Mittelalter hoch verehrt, bereits im 11. Jhd. waren Wallfahrten zu seinem Grab berühmt wie die nach Rom oder Santiago de Compostela.

Sehr häufig fiel damals in wald- und wasserreichen Gegenden die Wahl des Kirchenpatrons auf den ihn. Die Gegend rund um den Wolfgangsee entsprach damals genau diesem Bild. Für St. Gilgen war die Wahl des Kirchenpatrones zugleich auch namensgebend für den Ort.

Ägidius ist einer der 14 Nothelfer – er ist der einzige, der keinen Märtyrertod starb.

Ägidius wird meist mit einer Hirschkuh dargestellt, die ihn der Legende nach ernährt und sogar vor dem Tod gerettet haben soll.

Saint Gilles wurde im Laufe der Jahrhunderte zu SANKT GILGEN. St. Gilgen führt als Ort den Namen seit dem 14. Jahrhundert.


Der hl. Ägidius

Ägidius, frz. Gilles,  war griechischer Abstammung und lebte in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts n.Chr. Er stammte aus einer vornehmen Athener Familie. Sein Name bedeutet etwa „Schildträger“, von griechisch aegis-idis, Schild des Zeus.

Er reiste als Glaubensbote nach Südfrankreich, wo er als Einsiedler in den Wäldern lebte. Der Legende nach soll Ägidius von einer Hirschkuh ernährt worden sein. Ägidius wurde bei einer Jagd von einem Pfeil des Gotenkönigs Wamba getroffen, als dieser versuchte, die Hirschkuh zu erlegen.

Flavius Wamba gestattete Ägidius zur Tilgung seiner Schuld  die Errichtung eines Klosters in der ehemaligen See- und Handelsstadt Heraclea.

Um 680 gründete Ägidius die Benediktinerabtei Saint Gilles. Das Kloster erfreute sich alsbald regen Zuspruchs und der Ort nahm einen raschen Aufschwung. Die Stadt wurde aber von einfallenden Sarazenen verwüstet und Ägidius musste das Kloster wieder neu aufbauen.

Ägidius starb am 1. September 721 (Ägidiustag)


Legenden um den hl. Ägidius

Die Legende ließ ihn den Sohn des Fürsten von Nîmes zum Leben erwecken. In Rom warf er demnach unter Gebeten die ihm vom Papst für sein Kloster geschenkten Türen aus geschnitztem Zypressenholz in den Tiber, er fand sie dann nach seiner Rückkehr im Hafen seines Klosters wieder. Als ein Klosterbruder an der Jungfräulichkeit von Maria zweifelte und drei Fragen in den Sand schrieb, erblühten als Antwort des Ägidius drei weiße Lilien aus dem dürren Boden.

Nach anderen Legenden bemühte sich Karl der Große - er lebte tatsächlich fast 100 Jahre später - um die Fürbitten Ägidius. Ein Engel brachte danach einen Zettel mit der bestätigten Sündenvergebung auf den Altar, an dem Ägidius sein Amt versah. Seitdem gilt Ägidius als Beistand einer guten Beichte und Vergebung und zählt als solcher zu den 14 Nothelfern. Sein Tod wurde ihm im voraus verkündet, bei der Bestattung des Entschlafenen hörten Anwesende die Chöre der Engel, die seine Seele gen Himmel trugen.


Interessantes um den hl. Ägidius

Patron

der stillenden Mütter, Hirten, Jäger, Schiffbrüchigen, Bogenschützen, Bettler und Aussätzigen

 

Ägidius wird angerufen

bei Feuer, Dürre, Sturm und Unglück; bei der Beichte; in geistiger Not und Verlassenheit; gegen Fallsucht, Geisteskrankheiten, Unfruchtbarkeit von Mensch und Tier

 

Bauernregeln

Gib auf Ägidius Acht, / er sagt dir, was September macht. 
Ist Ägidi ein heller Tag / ich dir einen schönen Herbst ansag.